Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Montag, 28. Januar 2013

Werthers Echte...



Hallo Ihr Lieben!

Heute möchte ich Euch mal nichts Gestricktes zeigen, weils 1. noch nicht fertig ist und es 2. noch andere hübsche, interessante Dinge gibt, an denen sich Herz und Gemüt erfreuen können. 

Eine Empfehlung möchte ich loswerden, an alle, die nicht nur gerne lesen, sondern auch die Sprachschönheit der alten Zeit zu schätzen wissen. Momentan lese ich "Die Leiden des jungen Werther" zum 4. Mal und bin nach wie vor begeistert. Goethe hat dieses Büchlein, das damals bei der Jugend Kultstatus erreicht hatte, mit sehr viel Herz und Gefühl geschrieben. Er benutzt dafür Worte, die wir in unserer hektischen Zeit längst vergessen haben...schöne, klangvolle Worte, die mir beim Lesen in die Seele fließen, wie Öl. 

Wer möchte, kann sich diesem Lesevergnügen anschließen und mich dabei begleiten. Das funktioniert einfach mittels dieser Seite: Werthers Leiden
Täglich wird nur ein Brief verschickt (der Werther ist ja ein Briefroman). Man hat beim Lesen keine Mühe. 

Mir macht es große Freude, hin und wieder in die Goethezeit einzutauchen. So lauten einige Zeilen am 04. Mai 1771, dem 1. Brief:
"...Übrigens befinde ich mich hier gar wohl. Die Einsamkeit ist meinem Herzen köstlicher Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und diese Jahreszeit der Jugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Maienkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können. "...

Lasst es Euch gut gehen, bei allem was Ihr tut!
Bis bald!



Kommentare:

  1. Hihi, liebe Giselchen, jetzt dacht ich doch, du schreibst einen Post über Süßigkeiten. :-)

    Die sind ja auch ganz lecker, aber du meinst ja die "leckeren" Worte von Goethe.
    Und du hast sehr recht, dass sich diese Sprache bzw. Worte aus unserem sprachl. Alltag davonmacht/en.

    Erst kürzlich hörte ich per Hörkassetten "Christiane und Goethe" von S. Damm.
    Ups, Goethe war ein Wicht, das glaubt man nicht ...

    Sei lieb gegrüßt - und danke für die schöne Anregung - von Gisa.

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    1. "Goethe war ein Wicht...", naja, er maß nur 1,70 m, was zu seiner Zeit normal war, und seine Geistesgröße würde ich nicht als klein bezeichnen. Aber er war schon wicht-ig! :-) Christiane und Goethe habe ich gelesen. Das Buch ist sehr gut. LG♥

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  2. wunderschön diesen Klang in den Sätzen zu hören was Herr Goethe so meinte... tolle Bilder sind das dazu!
    Danke fürs entführen in diese Zeit..

    Lieben Gruss Elke

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    1. Ich liebe diesen Sprachklang! Aber ich glaube, der "Werther" war in den Schulen nicht sehr beliebt. LG♥

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  3. liebes Giselchen,
    wunderschön sind deine Gedanken mit Worten und Bildern untermalt.
    Ich mag die alte Art der Wortsetzung, so schön geformt, mit großem Stil und tiefem Sinn.
    ...nicht einfach so daher geplappert, wie es heute oft in Massen angeboten wird.

    klein und fein sollte sein….
    ich lasse mich von den Briefen überraschen, eine nette und feine Gelegenheit, ein Geschenk jeden Tag.
    ………ich komme wieder in dein Eckchen von schönen Worten, Gedanken, warmen Fäden und kleinem Katzen Zwinkern!
    liebe Grüße von Jasmin

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    1. Schön, wenn Du mir Gesellschaft leisten würdest! Worte können sehr viel bewegen. Sie können beglücken oder verletzen aber auch überraschen. LG♥

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  4. Liebes Giselchen, was für ein entzückender Kosename von Deiner Oma. Ich dank' dir für den lieben Gruß und das sehr nette Kompliment. Danke auch für die Zeilen Werthers Leiden.

    Liebe Grüße aus dem sehr stürmischen und sehr, sehr nassen Garbsen
    Birgit

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    1. Liebe Grüße zurück! Schön, dass Du hier warst. ♥

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  5. Liebe Gisela,

    neulich hat der Sohn meiner besten Freundin im Unterricht Schillers "Kabale & Liebe" gelesen, was wir zum Anlass genommen haben auch unsere alten Reclamheftchen wieder hervorzuholen, um bei unseren Nähdonnerstagen ein wenig darüber diskutieren zu können.
    Was für eine Sprachgewalt! Wie üblich hatten wir weitaus mehr Vergnügen beim Lesen, als die Schüler im Unterricht...manchmal reicht es einfach nicht eine Lektüre zu verteilen, vielleicht sollten Lehrer vielmehr die Gelegenheit nutzen, ihren Schülern auch die Zeit und die Gepflogenheiten vorzustellen. Um den Zugang zu dieser Sprache zu erlangen, muß man Begeisterung wecken und eine lebendige Vergangenheit, jenseits von lit. Fachbegriffen, Lektürehilfen und schnöden Jahreszahlen.
    Wie herrlich wäre es, wenn in diesem Zusammenhang im Unterricht auch mal wieder Briefe verfasst werden würden...

    Kennst Du übrigens das Projekt/Hörbuch "Der Goethe und Schiller Pakt"?! http://www.dergoetheundschillerpakt.de/dergoetheundschillerpakt.de/HOME.html

    Liebe Grüße,
    Sabine



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    1. Danke für den Hinweis. Das Hörbuch kenne ich noch nicht, werde es mir aber bei nächster Gelegenheit anhören. LG♥

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  6. Hallo liebe Gisela
    Oh ja das ist wunderschön!
    Und ich liebe auch die Oper von Massenet!!!
    Herzliche Grüsse maggy

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