Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Christi Himmelfahrt...

Apg 1,9:[..]Und als er (Christus) dies gesprochen hatte, wurde er vor den Augen der Jünger emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, sodass er ihren Blicken entschwand...


Gemälde von William-Adolphe Bouguereau 1825-1905 “The Dance” (1856)
Musée D'Orsay, Paris



 Tanz auf den Wolken
von Gisela Seidel 

In hohen Sphären mit den Winden tanzen,
auf weißen Wolken lichtwärts schweben,
lasse von himmlischen Romanzen,
mich weit in ferne Himmel heben.

Verbinde mich im Reigen mit der Zeit
und flieg’ mit Engeln durch die Sonnenpforte,
im Tanz verbunden, schwebe ich so weit,
der Wind trägt mich bis an die fernsten Orte.

Und meine Seele hebt sich in die Lüfte,
vermählt sich mit den warmen Sommerwinden,
trägt mich in höchste Höh’n und über tiefste Klüfte,
wird den verborgnen Weg zu dir nach Hause finden.

Dienstag, 15. Mai 2012

Schwarz-silberne Jacke...




Nun steht dem Theaterbesuch nichts mehr im Wege.
F E R T I G!

Verbrauch: Lana Grossa "Lace Lux" ca. 250 Gramm und schwarze Garnreste,
gestrickt mit Nadeln Nr. 5.
Zackenborte aus dem Buch "A gathering of Lace", Seite 100; 
verschiedene Lace-Muster; eigener Entwurf.


Montag, 14. Mai 2012

Muttertagsimpressionen

Mein Sohn war mit der Veröffentlichung einverstanden.
Gestern war ein schöner Tag!
Mein jüngster Sohn war bei mir, wir haben lecker gegessen und
anschließend wurde seine Lieblingskatze durch die Wohnung getragen.
Das liebt sie ganz besonders.

Sie ist die Chefin der Katzenbande und weich wie Angora! 
Nur manchmal darf der Kater neben ihr liegen. Gnädigerweise! 
Die alte Suse hält lieber Abstand.

Die Jacke ist noch in Arbeit. Bin beim 2. Ärmel. 

Habt einen schönen, gemütlichen Abend und eine gute Woche!

Sonntag, 13. Mai 2012

Zum Muttertag...


"L'oiseau Chéri" - Gemälde von William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) 

Nach Hause
von Gisela Seidel

Wir sind geblieben,
ließen dich nach Hause gehn,
nun stehn wir hier im Regen,
allein lässt du uns stehn
mit unsrer Trauer,
weil wir nicht begreifen,
dass dein Seelenreifen
vollzogen.
So bist du uns entflogen,
wie ein Vogel aus dem Käfig flieht,
wenn er fern das Sonnenlicht
am Himmel sieht.
Die liebsten Wünsche
begleiten deine Reise,
und du wirst leise
schwebend deine Seele heben,
um zu erreichen deiner Sehnsucht
unendliches Streben.
Wirst du verbunden sein
mit dem, der deinen Namen rief,
dann schlafe sanft in seinem Arm und tief.

Almuth Sidonie Köhler, geb. Nicolay (1925-1997)

Donnerstag, 10. Mai 2012

Zwischenbericht...

Weil ich noch nicht fertig bin, 
möchte ich Euch wenigstens zeigen, wie weit ich bin.


Der Korpus ist fertig. 
Den Kragen habe ich in demselben Spitzenmuster gestrickt, das unten die Borte bildet.
Ich habe ihn separat gestrickt und dann angehäkelt. 
Die Vorderteilkanten haben einen Pikotabschluss.
 Das Teil fällt sehr schön und gefällt mir jetzt schon.
Es ist schwerer, als es aussieht: bisher 200 Gramm.
 Die Jacke hat schon Kurzmantellänge.
Am Wochenende stricke ich die Ärmel.

ICH WÜNSCHE EUCH EINE ANGENEHME RESTWOCHE und 
EIN SCHÖNES WOCHENENDE! 


Dieses Video zeigt sehr anschaulich, wie die Picots gestrickt werden.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zum 207. Todestag...


Nach dem Ölgemälde "Weimars goldene Tage" von Theobald Reinhold Freiherr von Oer (1860)

An Friedrich von Schiller
Von Gisela Seidel


Fort bist du lange schon,
doch hier noch so präsent,
dass deine Gegenwart zu spüren,
augenschließend, ich vermag.
Lässt mir das große Schweigen,
das niemals meinem Namen nennt;
so plötzlich kam der Schmerz,
verfinsterte den Tag.
Suchtest den Weg in ferne Dimensionen,
gabst von der Ewigkeit, die du versprachst,
mir nur ein kleines Stück.
Wo Seraphinen in Traumwelten wohnen,
dorthin brachte dein Todesengel dich zurück.
Gewährte Zerberus dir Einlass in sein Reich,
so zahle ich heut’ noch dafür Gebühr.
Erscheint dein Antlitz vor mir engelsgleich,
streck’ ich in manchem Traum die Hand nach dir.
Werde ich niemals deiner Stimme lauschen
und niemals deinen warmen Atem spür’n?
Wie könnt’ ich mich an deiner Gegenwart berauschen,
wie sehr möcht’ ich mit dir den Himmel sanft berühr’n!
Vergangen und vorbei – vergessen, nie so ganz;
am Ende meines Weges sei bereit,
reich’ mir die Hand zum eig’nen Totentanz
auf dem Parkett durch die Unendlichkeit.

Sonntag, 6. Mai 2012

Liebe oder Leidenschaft?


Postkarte: Goethe und Friederike Brion (1752-1813), Pfarrerstochter aus Sessenheim

Johann Wolfgang von Goethe, 1771 (1749-1832)
Melodie: Franz Schubert 

Sah ein Knab' ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
war so jung und morgenschön,
lief er schnell, es nah zu sehn,
sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: "Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!"
Röslein sprach: "Ich steche dich,
daß du ewig denkst an mich,
und ich will's nicht leiden." 
 Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach's
Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
half ihm doch kein Weh und Ach,
mußt es eben leiden.  
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.


 







Goethes Worte über den ersten Blick auf Friederike: „In diesem Augenblick trat sie wirklich in die Türe; und da ging fürwahr an diesem ländlichen Himmel ein allerliebster Stern auf.“ [..]„Schlank und leicht, als wenn sie nichts an sich zu tragen hätte, schritt sie, und beinahe schien für die gewaltigen blonden Zöpfe des niedlichen Köpfchens der Hals zu zart. Aus heiteren blauen Augen blickte sie sehr deutlich umher, und das artige Stumpfnäschen forschte so frei in die Luft, als wenn es in der Welt keine Sorge geben könnte; der Strohhut hing am Arm, und so hatte ich das Vergnügen, sie beim ersten Blick auf einmal in ihrer ganzen Anmut und Lieblichkeit zu sehn und zu erkennen.


Freitag, 4. Mai 2012

Weiter im Park in Weimar...



Am 16. Januar 1778 ertränkte sich Fräulein Christiane von Lasberg im Alter von 17 Jahren, weil sie sich von ihrem Geliebten, dem Schweden von Wrangel, verlassen glaubte, in der Ilm bei der Floßbrücke, die damals ein wenig unterhalb der jetzigen Naturbrücke schräg über das Wasser in den Stern des weimarischen Parks führte. Ihre letzte Lektüre, die man bei ihr fand,  war Goethes „Werther“ gewesen. Seinem Vorbild war sie gefolgt.

Sage aus Thüringen:

Kurze Zeit danach kam ein Bürger abends in jene Gegend. Da sah er am jenseitigen Ufer eine Dame in schwarzseidenem Mäntelchen lustwandeln; bei ihr war ein kleiner Hund, und in der Hand hielt sie eine Gerte, mit der sie im Sande rieselte. Der Mann wunderte sich, zu dieser Zeit eine Frau aus höheren Ständen, denen sie anzugehören schien, dort zu finden. Als er ihr bis auf zwanzig oder dreißig Schritte nahe gekommen war, entschwand sie seinen Augen, und er konnte sie, obwohl er suchte, nicht wiederfinden. Nachdenklich ging er heim und erfuhr, dass es Christel von Lasberg gewesen sei, die sich in dieser Kleidung ertränkt habe. Auch andere haben ihren Geist dort als weiße Gestalt umherwandeln sehen, und jedermann fürchtete sich, abends allein in die Gegend zu kommen. Goethe, welcher zum Andenken der »armen Christel« dort ein Stück Felsen zum Felsentor aushöhlen ließ, von wo man den Ort ihres Todes übersah, mochte es seinen Dienern nicht verdenken, wenn sie nachts nur zu dreien einen Gang nach seinem Garten hinüber wagten.

Christiane von Lasberg zum Gedenken ließ Goethe im Park das so genannte "Nadelöhr" anlegen.  

 Es liegt ein kleines Stück hinter dem "Römischen Haus".



 Das Fräulein von Lasberg ertränkte sich in der Ilm nach dem Vorbild des "Werthers". 
Goethe hatte den Held seines Briefromans durch Selbstmord sterben lassen und
viele Jugendliche folgten diesem verirrten Vorbild. 

Schriftsteller waren die Superstars der damaligen Zeit, 
und "Die Leiden des jungen Werthers"
ein, besonders bei jungen Menschen, beliebtes Buch. 

Gemälde von Wilhelm Amberg (1822-1899) "Vorlesung aus Goethes Werther"
 

ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE! 

Mittwoch, 2. Mai 2012

So ein Hundeleben...


 Heute möchte ich Euch zeigen, was für ein großer Hund ich schon geworden bin.


 Nein, das Tor kann ich noch nicht aufmachen, aber wenn Ihr wollt,
 zeige ich Euch meine Leckersammlung.
 Wie, das stinkt Euch ganz gewaltig?
 Na, dann eben nicht!
 Dann spiele ich doch lieber wieder mit meinem Ast...
 und fresse die Leckerchen alleine!

Dann machts mal gut! 
Seid Ihr auch soooo lieb wie ich?