Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Sonntag, 29. Januar 2012

Geduld zahlt sich aus...

F E R T I G !

Ich kann es selbst noch gar nicht glauben, aber ich habe das Tuch gestern noch fertigstellen können.
Wegen der Größe ist es nicht gerade leicht zu fotografieren, zumal meistens die Farbe verfälscht ist, weil es drinnen so dunkel ist.

Drapieren nützt nichts. (hier mit einem unfertigen Ölgemälde von mir)

Vielleicht auf einen Bügel an den Dielenschrank hängen?
Hier kann man zumindest die Größe nachempfinden: 2,50 x 0,80 m.
Gegen den weißen Fliesenhintergrund im Bad kommt das Muster gut zur Geltung.
Zum Abschluss hier nochmal die Ecke der Borte.

Genießt den Sonntag und macht es Euch gemütlich!

Vielen Dank für Eure lieben Kommentare und Blogbesuche! 
Ihr seid wie das Salz in der Suppe. 

Ich grüße Euch ganz ♥lich!

Samstag, 28. Januar 2012

Gut Ding muss Weile haben...

sagt ein altes Sprichwort. "Ich muss Geduld haben...sehr viel Geduld!", sage ich.


Ich habe ein anderes Bortenmuster gewählt, als im Buch beschrieben, damit das Tuch nicht noch größer wird. Außerdem wird die Wolle knapp, und ich kann nur hoffen, dass das Garn reichen wird. Die Gerade noch und eine Schmalseite...na, mal sehen.

Die Borte anzustricken ist nichts für mein Nervenkostüm! Es sind fühlbare 1000 Meter. Es ist wie auf der Stelle zu stricken. Es scheint nicht voran zu gehen. Aber ich habe schon viel geschafft. Das Spannen ist eine weitere Herausforderung. Hoffentlich reichen dafür meine Stecknadeln!

Auf jeden Fall passt die Borte sehr schön zum Tuchmuster:

ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE!




Sonntag, 22. Januar 2012

Duisburg um 1900...

Was verbarg sich unter dem Dunstflor des Großstadthimmels zu Beginn des 20. Jahrhunderts?

Mehr als sieben Jahre lag die damals bekannte Schriftstellerin Henriette Brey mit Knochentuberkulose in einem Duisburger Hospital. In meinem autobiographischen Roman lasse ich sie über die damaligen Zustände in Duisburg berichten: 

Duisburger Häfen um 1900
Morgens, wenn die großen Werke ihre Fabriktore öffneten, begann das lärmende Straßengewühl. Dann sausten halbstündlich die elektrischen Bahnen, und bis spät in die Nacht hinein ertönten vom Bahnhof her die Signale der Züge. 
 
Duisburg Königstraße um 1900
Duisburger Hauptbahnhof 1914
Die geschäftigen, breiten Straßen der Stadt füllten sich mit Lebenshungrigen, die in begieriger Unruhe nach dem Glück suchten oder nach käuflichen Dingen jagten. Hektik durchströmte die taglaute Helligkeit und drang von der vornehmen Hauptgeschäftsstraße bis in die dunklen Gassen der Bedürftigen, wo die Armseligkeit wohnte, und in denen selbst ein Sonnenstrahl dunkel erschien. 
Bismarckdenkmal auf der Königstraße
Alte Post
In den Großstädten lockten abends die Theater und ersten Filmpaläste mit grellen Lichtfluten und sinnbetörender Musik. Neumodische Lichtreklame zuckte mit bunten Reflexen und machte ködernd Jagd auf neugierige Passanten. Schaufenster prahlten mit ihren prachtvoll geschmückten Auslagen, blitzenden Juwelen und bunten Modefluten.
Duisburg Kuhstraße
Duisburger Stadttheater um 1920
Genuss- und Sinnestaumel nahmen Platz neben Elend und Hunger. Leidzerbrochene Menschen irrten ziellos durch die Straßen. Bettelnde saßen vor den mit Gold und Brokat dekorierten Auslagen. Grelle Gegensätze vibrierten in schreiender Disharmonie. Schwüle Lokale lockten in den sündigen Gassen des Duisburger Hafenviertels, und wo die Not am Größten war, erbarmten sich die Ordensschwestern der Caritas.  Dort, wo der Rhein mit seinem schwarzen Wasser an der Vorstadt vorbeitrieb und die Häuser der armen Leute eng beieinander lagen, war das Elend zu Hause. 

Hafenmeile mit Schwanentorbrücke
Duisburger Binnenhafen
Die Armut war nicht das Schlimmste. Die erbärmlichen Behausungen waren es, das Leben in feuchten, bröckelnden Wänden, in Räumen, die selbst das Tageslicht zu meiden schien. Aus dem übel riechenden Fluss stiegen nachts die giftigen Dämpfe. Sie brachten Fieber und Krankheitskeime in die Elendsviertel. Dort wurde gezecht und gerauft, und manch eine Mutter musste ihre hungrigen Kinder vor der rohen Faust ihres betrunkenen, pflichtvergessenen Mannes schützen, der zuvor seinen Lohn verspielt und vertrunken hatte. 
Rheinbrücke zwischen Duisburg-Ruhrort und Homberg 1914
Duisburger Markt vor dem Rathaus
Alle Karten: www.ansichtskartenversand.com

Damals gab es nur ein "Himmelgrau" und kein Himmelblau. Das hat sich glücklicherweise hier geändert.

GENIEßT DEN SCHÖNEN SONNTAG !

Mittwoch, 18. Januar 2012

Großes Schaltuch...

in Blatt- und Gittermuster mit Gitterborte.

Mein vorheriges Machwerk ist komplett geribbelt. Das Tuch stricke ich zweifädig. Es soll ruhig etwas dicker werden. Zwei Knäule sind bereits wieder verarbeitet. Ein großes Schaltuch soll es werden, dessen Muster mir sehr gut gefällt. Die Vorlage habe ich aus dem Buch "Victorian Lace Today" von Jane Sowerby gewählt (Seite 54). Obwohl es eine englische Beschreibung ist, verstehe ich sie bisher sehr gut. Ich hoffe, bei der Borte wird es genauso weitergehen.

Hier nun die ersten Bilder. 30 Mustersätze müssen gestrickt werden; 12 davon sind fertig, obwohl ich aus gesundheitlichen Gründen im Moment nur langsam voran komme. 



Ich werde Euch weiter auf dem Laufenden halten. 
Es wird noch eine Weile dauern, bis das Schaltuch fertig ist. 

Genießt die Zeit und macht es Euch gemütlich!

Und jetzt gibt es eine Tasse heißen Tee... 


Freitag, 13. Januar 2012

Winterstille...

Ölgemälde - Künstlerin unbekannt
Winterstille (gekürzt)
von Johannes Trojan 1837-1915
 
Nun hat der Berg sein Schneekleid angetan,
und Schnee liegt lastend auf den Tannenbäumen
und deckt die Felder zu, ein weißer Plan,
darunter still die jungen Saaten träumen.

Fried’ in der Weite! Nicht ein Lauf erklingt –
ein Zweig nur bebt und stäubt Kristalle nieder,
gestreift vom Vogel, der empor sich schwingt –
und still ist alles rings und reglos wieder.

In Winters Banden liegt der See und ruht,
die Wellen schlafen, die einst lockend riefen.
Nicht spielen mehr die Winde mit der Flut,
kaum regt sich Leben noch in ihren Tiefen.

Welch eine Stille! Kaum im Herzen mag
ein Wunsch sich regen, dass es anders werde.
Und doch, o Herz, du weißt, es kommt der Tag,
der wieder schmückt mit blüh’ndem Kranz die Erde.


Es soll kälter werden - Frost hat sich angesagt.
Am Niederrhein spürt man noch nichts davon,
aber irgendwann wird alles weiß sein, 
wenn wir morgens aus dem Fenster schauen. 
Schließlich hat der Januar erst begonnen.
 Lassen wir uns überraschen!
ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES, 
GEMÜTLICHES WOCHENENDE,
das ich mit Ribbeln verbringen werde.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Hysterischer Anfall oder Lachkrampf?...

 
So sahen gestern die fertigen Teile vor dem Konfektionieren aus:

 
Ich war voller Tatendrang, habe alle Teile zusammengenäht
und dies "niedliche" Pullöverchen ist dabei herausgekommen:

Doch wie soll das große, runde Giselchen denn nun in DIES kleine, niedliche Pullöverchen passen?!
DAS ist die absolute Lachnummer des neuen Jahres! 
Ich müsste circa 20 kg abnehmen, um in den Genuss dieses wärmenden Etwas zu kommen. 

Was soll ich nun tun? 

Erstmal tief durchatmen und "das Ding" weit weglegen!
Morgen werde ich Herrn Ribbel anrufen...oder "das Ding" in die Mülltonne stopfen.
MANNO!
Manchmal ist man betriebsblind und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. 

Jetzt mache ich erstmal eine Pullipause und plane etwas Neues. 
GUTE NACHT, IHR LIEBEN !

Vielen Dank für Eure Kommentare.
Über die vielen neuen Leser freue ich mich sehr.
Seid herzlich willkommen!
Schön, dass es Euch gibt!

Sonntag, 8. Januar 2012

Der Weg, die Wahrheit und das Leben...

Foto: Gisela Seidel

Wege der Wahrheit
von Gisela Seidel

Die Fesseln sprengen,
Vergangenes segnen,
der Freude im Herzen
mit Liebe begegnen.

Das Neue betrachten,
mit Hoffnung und Wonne,
die Seele erleuchten
mit innerer Sonne.

Die Wege der Wahrheit
mit Weisheit erhellen.
Kein leuchtend’ Talent
unter Scheffel stellen.

Die Blindheit mit
göttlicher Weitsicht füllen,
den Höhenweg ebnen,
um Gottes Willen.

Den Glanz aller Tage
zum Blütenstrauß binden,
zu reichen der Herrlichkeit
hinter den Sinnen.


Joh 14, 6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“

Freitag, 6. Januar 2012

Weinroter Raglanpulli...

Nicht, dass Ihr denkt, ich sei im neuen Jahr faul geworden.

Ich habe mich dazu entschlossen, aus der weinroten Wolle einen ganz einfachen Raglanpulli zu stricken und ihn mit einer passenden Jacke zu kombinieren, wie ein Twin-Set.

Die angefangene Jacke musste ich leider auftrennen. Das hat mir nicht gefallen! Querstreifen wirken an mir recht eigenartig *lach*, und wie "Biene Maja" will ich nicht aussehen. 

Nun gut, man muss dem Ribbelmonster auch seinen Spaß gönnen!
Noch ist nicht viel zu erkennen. Hier das neue Projekt, mit doppeltem Faden gestrickt:


Diesmal habe ich ein Modell aus einem älteren Heft gewählt (Verena 98/99), weil die Mode heutzutage die Schultern hängen lässt. Früher war die Passform besser oder die Trägerinnen waren nicht so dünn.

  ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE!

Dienstag, 3. Januar 2012

Der Stern von Bethlehem...

Mat 2,1-2: „Als Jesus in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes zur Welt gekommen war, da kamen Sterndeuter aus dem Morgenland nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“

Die Bibelwissenschaftler rätseln immer noch über Ursprung und Entstehung des Alten Testamentes. Die Thora wurde seit jeher teils in Abschriften, teils mündlich überliefert. Die älteste erhaltene Abschrift des Alten Testamentes stammt aus dem Jahr 1008 n. Chr. Kernstück - Pentateuch genannt – sind die 5 Bücher Moses.

Jesus erschien im Weltlichen im Jahr 3.760 nach der Schöpfung. Wie ist es möglich, dass bereits Bileam, ein um ca. 800 v. Chr. am Euphrat lebender Seher und Prophet, den „Stern von Bethlehem“ beschrieb?  

4. Mose 24, 17: „Ich sehe ihn, doch nicht schon jetzt, ich erschaue ihn, doch nicht schon nah: Es geht auf ein Stern aus Jakob.“

Hier kann man deutlich den Irrsinn erkennen, diesen "Stern" astronomisch, als einen Kometen am Firmament, vielleicht sogar wissenschaftlich, belegen zu wollen, denn Jesus Christus ist „der Stern aus Jakob“.

Die heil’gen Drei Könige
von Heinrich Heine

Die heil’gen Drei Könige aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
"Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?"

Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.

Der Stern bleibt stehn über Josefs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
die heil’gen Drei Könige sangen.

  

„Wenn in einer Sprache Freude und Leid erlebt werden kann, dann nur, weil die Sprache eine jenseitige Dimension besitzt, um das Innere zu fassen. Wenn große Gedichte und ergreifende Prosa in einer Sprache entstehen, dann nur, weil die jenseitige Facette mit in der Sprache lebt.
So geht es mir immer darum, das Heilige, das Ewige in der hebräischen Sprache aufzuspüren, also dem Namen »Hebräisch« im Hebräischen gerecht zu werden (Hebräisch = ewer = jenseitig, vom Jenseits kommend). Jedes andere Motiv wäre Überheblichkeit, würde alles gleich, weil Lüge, verderben können. Ich denke deshalb an das Pfingstwunder in der Apostelgeschichte des Lukas, wo in Jerusalem doch alle Sprachen verstanden werden. Und Lukas bedeutet doch im Griechischen Leuchte, Licht.“

Friedrich Weinreb aus: "Innenwelt des Wortes im Neuen Testament"