Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zum 207. Todestag...


Nach dem Ölgemälde "Weimars goldene Tage" von Theobald Reinhold Freiherr von Oer (1860)

An Friedrich von Schiller
Von Gisela Seidel


Fort bist du lange schon,
doch hier noch so präsent,
dass deine Gegenwart zu spüren,
augenschließend, ich vermag.
Lässt mir das große Schweigen,
das niemals meinem Namen nennt;
so plötzlich kam der Schmerz,
verfinsterte den Tag.
Suchtest den Weg in ferne Dimensionen,
gabst von der Ewigkeit, die du versprachst,
mir nur ein kleines Stück.
Wo Seraphinen in Traumwelten wohnen,
dorthin brachte dein Todesengel dich zurück.
Gewährte Zerberus dir Einlass in sein Reich,
so zahle ich heut’ noch dafür Gebühr.
Erscheint dein Antlitz vor mir engelsgleich,
streck’ ich in manchem Traum die Hand nach dir.
Werde ich niemals deiner Stimme lauschen
und niemals deinen warmen Atem spür’n?
Wie könnt’ ich mich an deiner Gegenwart berauschen,
wie sehr möcht’ ich mit dir den Himmel sanft berühr’n!
Vergangen und vorbei – vergessen, nie so ganz;
am Ende meines Weges sei bereit,
reich’ mir die Hand zum eig’nen Totentanz
auf dem Parkett durch die Unendlichkeit.

Kommentare:

  1. Sei dir gewiss, liebe Gisela, dass er dir dankt, für dieses wunderschöne Gedicht.
    Herzlichst Katrin

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  2. liebe Gisela, dein Gedicht, diese gefühlte Verbindung,
    Schillers Freund der Goethe schrieb,
    Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann nicht durch den Tod verlieren.

    liebe Grüße von Jasmin

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  3. Liebe Gisela,
    Friedrich Schiller ist mein Liblingsdichter. Dein Gedicht, das seinem Schaffen gewidmet ist, sehr wunderschön!
    Herzlichst Nadja

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