Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Freitag, 30. Dezember 2011

Neues Jahr...



Foto: B. Becker, Kempen

 
Neues Jahr...,
von Gisela Seidel


das reine, nicht gelebte,
das, wie ein Buch,
mit leeren Seiten,
vom Leben selbst beschrieben,
mit Wahrheit, Hoffnung,
Krieg und Frieden,
mit Gutem und mit Bösem,
auf hellen oder dunklen Seiten,
zur Lebensfreude
oder gar zum Leid,
hält jeden neuen Tag
Dir als Geschenk entgegen.
Wie Du die Stunden füllen wirst,
mit Leben oder Tod,
mit Liebe, Abschied,
liegt in Deiner Hand...
ist Gottes Plan.
Das alte Jahr vergeht.
Schicksale, die es trug,
sie knüpfen an und werfen Schatten
auf das unbefleckte, neue.
Im Buch des Lebens
schlägt Gott die nächste Seite um.
Fülle mit Deinem Licht die Tage Deiner Jahre. 
Beleuchte alles Dunkle, löse auf die Schatten, 
zu neuer Hoffnung, in ewigem Kreislauf!


 Ich wünsche Euch allen
Glück, Liebe, Gesundheit und Wohlergehen,
der Welt den Frieden, 
den Mächtigen gütige Weisheit,
den Kranken Heilung und Hoffnung, 
auch, wenn der Weg
am Horizont endet.

Auf ein gesegnetes neues Jahr 
2012

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Liebe Worte...



...möchte ich sagen, für Eure lieben Worte zu meinen Posts!

Es ist mir eine große Freude, ein Teil dieser Blog-Gemeinschaft zu sein.

Ich freue mich auch über jedes neue Bildchen in meiner Leserliste.

Schön, dass Ihr hier gewesen seid und immer wieder den Weg hierher zurückfindet!

DANKE !

Montag, 26. Dezember 2011

Jacke im Norwegermuster...

Jackenvorderseite bis zum Vollantbeginn
Es ist kein Muster, das man schnell stricken kann.
Zum Schluss musste ich die Farbfolge ändern, 
weil mir die altrosafarbene Wolle ausgegangen war.
Deshalb ist der untere Vollant an Jacke und Ärmeln anders,
als an der vorderen Einfassung. Es wurde mit unterschiedlichen Nadelstärken gestrickt. (5-7)

Unterer Vollant
Diese Vollants haben nicht nur die meiste Arbeit bereitet, sondern auch die Nerven strapaziert. 
Nichts für Ungeduldige!
Vorne hatte ich zuletzt über 400 Maschen auf der Nadel.  
Blende und Kragen
Die fertige Jacke ist ein Hingucker; die weiten Vollantärmel
sind jedoch gewöhnungsbedürftig. 

Fazit: Die Arbeit hat sich gelohnt! 
Die Wolle ließ sich sehr gut verarbeiten.

Und das war der Verbrauch: 

500 g LANA GROSSA "Bingo Mélange", Farbe Nr. 210,
150 g LANA GROSSA "Bingo Mélange", Farbe Nr.120,
100 g  LANA GROSSA "Merino Big", Farbe Nr. 684,
300 g ON line "Linie 110" - Timona.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Wenn das Christkind kommt...

Angeblich wurde das Gaben und Segen bringende Christkind von Martin Luther erfunden.


Ich kannte als Kind keinen Weihnachtsmann. (der wohl eine amerikanische Coca-Cola-Erfindung ist)  
Wohl den Nikolaus und seinen Knecht Ruprecht, aber der wurde bereits am 6. Dezember und nicht zu Weihnachten erwartet.

Zu uns Kindern kam still und unsichtbar das Christkind, um das Haus zu segnen und die Geschenke unter den Baum zu legen. Wir Kinder mussten den halben Tag lang bei Oma warten, die zusammen mit uns im Haus wohnte. Dann wurde gewürfelt, Karten gespielt oder später fern gesehen: „Wir warten aufs Christkind“. Erst, wenn das Glöckchen ertönte – das war meist gegen 17 Uhr – durften wir Kinder das Wohnzimmer der Eltern betreten. Dann war der Baum festlich geschmückt und die echten Kerzen brannten. Dieser Moment wird mir immer im Gedächtnis bleiben.  

Ich hoffe, Ihr habt alle einen schönen Heiligen Abend verlebt, sei es nun in der vertrauten Runde des Familienkreises oder auch allein. Bei den meisten geht der Trubel erst heute los: Gegenseitige Besuche mit üppigem Essen ist heute angesagt.  

Bei mir wird es heute ruhig sein, nachdem ich gestern zusammen mit meinem jüngsten Sohn gefeiert habe. Resteessen, Stricken und ansonsten Nichtstun, bevor übermorgen wieder der Arbeitsalltag losgeht.

Also: Wenn Ihr könnt, macht es Euch gemütlich!
Zur Animation bitte das Bild anklicken!

Ich wünsche Euch noch eine bezaubernde Weihnachtszeit!


Donnerstag, 22. Dezember 2011

Weihnachtsgedanken...

 
Die Weihnachtszeit weckt Seelensaiten, die lange geschwiegen haben. Wenn auf dem Tisch leise die Kerzen knistern, und der Raum nach frischem Tannengrün und Spritzgebäck duftet, kehren die Erinnerungen an das Elternhaus zurück. 
Weihnachten 1959 - Mein Bruder 1 Jahr alt.

Meine Familie und mein Esel "Mufti", der später alle Zähne verlor.
Meine Oma väterlicherseits.
  
Manch einer mag besonders am Heiligen Abend wehmütig an seine Familie denken, besonders, wenn die lieben Eltern längst fort sind. Wenn man alleine ist, schmerzt die Trennung besonders. Aber gerade am Weihnachtsabend sollten Leid, Angst und Einsamkeit für ein paar Stunden im Hintergrund stehen. Alle Trübnis sollte der frohen Weihnachtsbotschaft weichen.

Giselchen 1956
Giselchen 1957
Giselchen mit den Großeltern und ihrer Mami 1957.


Ich denke an die vielen Schwerstkranken, die womöglich einsam in den Krankenhäusern liegen…an die Sterbenden, die keine Hoffnung mehr haben. Wenn man in einer Klinik liegt, von Schmerzen und Ängsten gequält, ist der Tod kein fremder Gast mehr, sondern wird zum Vertrauten und Freund. Für gewöhnlich kommt er still und unbemerkt, und hat man erst einmal in seine barmherzigen Züge geschaut, verliert man die Furcht vor ihm. Dann kommt er irgendwann und löscht das Licht.
Vielleicht ist es das letzte Weihnachtsfest, das der Kranke erleben darf!?

Ich denke an die Verlassenen, die vielen Heimkinder ohne Familie. Wie viele Menschen sind Weihnachten alleine, mit ihren Gedanken im Gestern, in ihrer Kindheit und Jugendzeit? Manche halten diese Erinnerungen nicht aus und ertränken sie im Alkohol, den sie von ihrem letzten Geld gekauft haben.

Viele sind so arm, dass der Gabentisch für die Kinder leer bleibt und das im "Wohlstandsland" Deutschland.

Ich denke an unsere Soldaten, die in fernen Landen ihren Dienst tun, aber auch an die religiösen Fanatiker, die geistig Verirrten, hinter deren übertünchten Kulturmaske die „Bestie Mensch“ hervorstarrt.

Ach, welch ein Gegensatz geht durch unsere kranke Welt!
Heute, vor langer Zeit, ist ein Kindlein geboren worden, das ganz Liebe, Güte, Versöhnung und Erbarmen war. 
Heil werden soll die Welt unter seiner Führung.


William Adolphe Bouguereau 1825-1905

Heil der Welt 
von Gisela Seidel

Ich möchte die Welt umarmen,
um sie mit meinem Seelenlicht,
dem warmen,
zu durchströmen –
sie friert so lange schon.

Ich möchte ihr Mantel sein und Schutz
und ohne zu lärmen,
das Eis zerstoßen,
um es mit goldener Flamme,
der großen,
für ewig zu schmelzen.

Ich möchte mit dieser Flamme
die Funken in den kalten Herzen entzünden
und nach beendeter Eiszeit verkünden:
Sie haben sich gewärmt am Heil der Welt!
Sie leben im Licht!
 
ICH WÜNSCHE EUCH EIN FROHES, GESEGNETES WEIHNACHTSFEST !

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Jacken-Fortschritte...


Das Jackengerüst ist fertig. Man kann hier deutlich sehen, wie gut das Muster noch dem Dämpfen rauskommt. Die Wolle ist in der Verarbeitung sehr fest. Nach dem Dämpfen ist sie genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Vernähen hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nun arbeite ich den ersten Ärmel und frage mich, wie immer, wenn ich Ärmel stricke, warum es zwei davon geben muss. Einer allein reicht mir eigentlich völlig aus! Aber, wenn ich mir das Resultat betrachte, spornt mich das an, weiterzumachen. Und während ich stricke...und stricke...und stricke, schnarchen neben mir die Katzen.


ICH WÜNSCHE EUCH EINEN SCHÖNEN TAG!


Schneeflocke
  von Gisela Seidel
 
Der Wind trägt dich aus fernen Weiten,
lässt dich aus grauen Himmeln gleiten,
glitzernd wie ein kristallner Stern.
Bist so vergänglich, winzig klein,
doch wirst du in Gesellschaft vieler Flocken
bald wie ein weißer Riese sein.
Ein kühler Hauch bist du, bedenkt,
aus Wasser nur – auch wenn man’s halten kann,
doch rinnt aus deinem Schmelz alsdann
wieder ein flüchtig’ Element.



Montag, 19. Dezember 2011

Lange auf die Folter spannen...

will ich Euch nicht. Deshalb hier das erste Bild meines neuesten Machwerks. Leider kann man noch nicht viel erkennen.  Jetzt sieht es noch recht tümpelig und unförmig aus. Das legt sich erst nach dem Spannen.

Es wird eine Jacke, wobei Rücken- und Vorderteile bis zur Ärmelteilung zusammenhängend gestrickt werden. Norwegermuster sind sehr arbeitsintensiv und verlangen volle Aufmerksamkeit.


Von den vielen Fäden, die hinterher zu vernähen sind, will ich lieber gar nicht erst anfangen.


Doch das Schlimmste kommt zum Schluss. Soviel sei verraten. Wer wissen will, wie die fertige Jacke in etwa aussehen wird, kann in der neuesten Verena "Winter 2011", Modell 34, nachschauen.(nach unten scrollen: Jacke aus dem Hause Marxer)

Ich wünsche Euch eine schöne, stressfreie Vorweihnachtswoche!

Sonntag, 18. Dezember 2011

Jesus Erscheinen in der Welt...


 Zum 4. Advent möchte ich ein wenig über die Weihnachtsgeschichte schreiben. Gerade sie ist so manchem Verstandesmenschen der Anlass zum Glaubensabfall. Es steht geschrieben (Züricher Bibel):  „Es begab sich aber in jenen Tagen, dass vom Kaiser Augustus ein Befehl erging, dass der ganze Erdkreis sich einschätzen lassen sollte…“ Luk 2,1 
Kaiser Augustus
 Da gibt es Gelehrte, die das in der Bibel Erzählte in den Bereich historischer Realität zwingen wollen. Alles zeitlich Fixierte muss wissenschaftlich nachweisbar sein. Jesus wird lediglich als Prophet eingestuft; man will sich der Einmaligkeit seines Wesens entledigen. Hierin liegt das Böse, das seinen Machtanspruch im Zeitlichen erhebt.   
 So wird behauptet, dass die Volkszählung zu einem viel späteren Zeitpunkt stattgefunden hätte, als zu Jesus Geburt. Das stimmt nicht! Ich habe nachgeforscht:  
 Es war eine dunkle Zeit, in die Jesus hineingeboren wurde. Eine Welt voller Grausamkeiten, in der das jüdische Hohenpriestertum neben dem römischen Imperium regierte, lange nachdem Ägypten endgültig seine Unabhängigkeit in der antiken Welt verloren hatte. 
Hohepriester in der Bibel
Kurz vor Jesus Geburt erhielt der römische Kaiser Augustus den Titel Pater patriae, was bedeutet „Vater des Vaterlandes“. Augustus, von dem man sagte, dass er stets als Sohn seines vergöttlichten Vaters Cäsar auftrat, ging damals neue Wege. Der Kaiser, der sich als Herrscher über die Ostprovinzen üblicherweise in religiöser Verehrung anbeten ließ, verbot sämtliche Kulthandlungen, die sich rein auf ihn als Person bezogen.

Er wollte das Finanzwesen reformieren, was ihn veranlasste, die Provinzen des römischen Herrschaftsgebietes einer gründlichen Steuerprüfung zu unterziehen. Dies geschah, als Quintilius Varus Proconsul in Syrien war. Für die jüdische Bevölkerung war der ihnen auferlegte Zensus ein Gräuel, weil die Abgabe ihre Freiheiten beschnitt und die römische Staatskasse füllte. So nahm der damals im Dienste des Varus stehende Quirinus die 1. Zählung in Syrien und Palästina vor. Eine 2. folgte zehn Jahre nach dem Tod des Herodes, nachdem dessen Sohn Archelaus verbannt worden war. Quirinus übernahm als Nachfolger des Varus die Stadthalterei Syriens und musste nun Judäa in eine Provinz des römischen Reiches umwandeln. Das Volk, das bereits lange unter dem Druck der Herodes Herrschaft gelitten hatte, der sich die römische Oberherrschaft in der Provinz zu Nutzen machte, sah sich nunmehr einer noch viel stärkeren Macht und Willkür ausgesetzt. Das römische Joch wurde rücksichtslos auf die Bevölkerung gelegt, um es zu erniedrigen und Befehlsgewalt auszuüben. 

Das Judentum erwartete sehnsüchtig den in den alten Schriften angekündigten Messias, der sie aus dieser Unterdrückung befreien sollte. Der Heiland, den sich die Hohenpriester erhofften, war ein weltlicher Messias, der ihnen ein Leben in Fülle erstreiten sollte. Sie merkten gar nicht, wie sehr sie sich durch ihr Begehren dem „Herrn der Welt“ geöffnet und ihre Seelen dem Geistlichen verschlossen hatten. 


 ICH WÜNSCHE EUCH EINEN SCHÖNEN 4. ADVENT


Freitag, 16. Dezember 2011

Bin schon zurück...

vom Einkaufen. Ob das wohl "ein wenig" übertrieben ist?:

Mein neues Projekt ruht...

weil mir zum Weiterstricken die Wolle fehlt. Kennt Ihr das?: Man fängt voller Vorfreude an zu nadeln, und dann ist die Freude genauso schnell wieder weg, wenn aus dem Vorhaben nichts wird. Auch, wenn die Wolle jetzt geschickt würde, die ursprüngliche Energie ist, nach solch einer Zwangspause, nicht mehr da. Also erst mal weglegen, irgendwann ribbeln und neue Wolle kaufen. Später werde ich in die Stadt fahren, obwohl es heute stürmisch werden soll und ungemütlich. Ich will ja schließlich nicht "den Faden verlieren" und freie Tage ohne Strickzeug verbringen, das geht gar nicht!

Bezaubernd gemalt von Sulamith Wülfing

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind

Alle Jahre wieder
kommt das Christuskind
auf die Erde nieder, 
- wo wir Menschen sind.

Kehrt mit seinem Segen
ein in jedes Haus,
geht auf allen Wegen
mit uns ein und aus.

Ist auch mir zur Seite
still und unerkannt,
dass es treu mich leite
an der lieben Hand.

Aus dem Jahre 1837 von Wilhelm Hey - Gothaer Hofprediger
Melodie: Ernst Anschütz.
 



ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE 
UND
EINEN BESINNLICHEN 4. ADVENT

Montag, 12. Dezember 2011

Jacke mit Streifen...

Der Anfang ist gemacht, jedoch ausgebremst, weil ich noch nicht genug Wolle habe. (ist nachbestellt) "Feiner Herbst" ist ein handgefärbtes Garn, das wunderbar zu meiner bereits vor einer Woche gekauften Wolle passt.

Zusammen verstrickt sieht das dann so aus:

Die Mischung Ajourmuster mit Halbpatent lässt sich sehr gut stricken. Beim Fotografieren gab es leider kein Tageslicht mehr. Ich werde Euch über die Strickfortschritte auf dem Laufenden halten.

ICH WÜNSCHE EUCH EINEN SCHÖNEN ABEND!

Sonntag, 11. Dezember 2011

Zum 3. Advent...

Theologie – die Lehre von Gott - ist für mich spannender als jeder Krimi. Das Bibelstudium gehört dazu, wobei man die Bibel nicht wortwörtlich nehmen darf.  Ich versuche die biblische Geschichte meist religionsphilosophisch oder mittels der Kabbala zu betrachten. So auch die unbefleckte Empfängnis Marias.

Der Name Mirjam/Miriam/Maria stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „Bitterwasser“. Mirjams Name macht deutlich, dass sie nur durch Erbarmen imstande sein würde, allen Schmerz und alle Bitterkeit ihres Schicksals zu ertragen. Ohne Erbarmen und Gnade konnte die Erlösung nicht stattfinden. Deshalb darf der Bibelleser Maria nicht nur als Person sehen, sondern sie stellt übergeordnet zugleich die ganze Welt dar. 
Gemälde von William Adolphe Bouguereau - The Annunciation
„Begnadete, der Herr sei mit dir. Du hast Gnade gefunden bei Gott!“, wurde Maria vom Erzengel Gabriel begrüßt, als er seine Botschaft überbrachte.  Kein Mann würde ihr beiwohnen, sondern der Heilige Geist würde ihr ein Kind in den Schoß legen, so steht es geschrieben, einen Sohn. 
(Luk 1,26-38)

Nichts Berechenbares, sondern etwas Außergewöhnliches war ihr als Geschenk überreicht worden. Das im weltlichen Sinne Unmögliche sollte an ihr geschehen. Der „Sohn Gottes“ wollte im menschlichen Fleisch geboren werden, um die Menschheit und die im Totenreich Gefangenen zu erlösen.

Im Zeichen der Jungfrau sollte der neue Mensch und die neue Welt entstehen. Das bedeutet im übergeordneten Sinn: Die Welt sollte nicht schwanger sein durch materielle Dinge, sondern allein durch die Zeugung des Heiligen Geistes. Das sollte die Menschen zu ihrer Bestimmung, zu Gott, zurückführen, und das aus dieser Zeugung Entstehende war für die Ewigkeit bestimmt.


Maria, die verlobt war mit dem wesentlich älteren Joseph, einem Zimmermann und Baumeister, war damals eine junge Frau von 12 Jahren. Als nun die Zeit anbrach, in der Maria gebären sollte, begann ihr 13. Lebensjahr. Auch das hat eine übergeordnete Bedeutung: Nun war die Zeit reif für die Geburt des Erlösers, denn alles Übernatürliche, aus der göttlichen EIN-heit stammende, trägt in der hebräischen Kabbala die Zahlen 5, 8 und 13 als Zeichen.


Samstag, 10. Dezember 2011

Winterzeit - Kinderträume

Meine Mutter (1925-1997)
Ich denke an meine Kindheit. Wie endlos schien damals die lange Winterzeit zu sein, und wie erwartungsvoll schauten wir Kinder täglich in den Garten. Mit sehnsüchtigen Blicken und voller Ungeduld standen wir oft am Fenster, schauten den sanft rieselnden Schneeflocken hinterher und malten Mondgesichter an die beschlagenen Fensterscheiben. Wo versteckte sich die Sonne, die mit ihren warmen Strahlen die lang entbehrten Spielplätze wieder gangbar machte? Sie verschwand für lange Zeit, um dann nach vielen Monaten zum ersten Mal den Frühling anzukündigen. 


Ohne Handarbeit sah ich meine Mutter nie. Sie nähte und strickte alles selbst. Schon im frühen Kindesalter durfte ich die Kunst des Strickens erlernen. Wenn es draußen ungemütlich wurde, saßen wir gemeinsam in der Küche und strickten. Manchmal gab es einen Wettstreit: Wer die meisten Reihen schaffte, hatte gewonnen, und ich war mächtig stolz, meine Mutter übertrumpft zu haben, die unmerklich gezögert hatte, um mich gewinnen zu lassen.


Ich erinnere mich an mein ungeheiztes Kinderzimmer. Die einzige Wärmequelle in der Nähe, ein kleiner Kohleofen in der Küche, erkaltete nachts, wenn das Feuer ausging. Dann verkroch ich mich unter mein schweres Federbett, das ich mir ganz über den Kopf zog, bis es meine Atemluft angewärmt hatte. Frühmorgens dauerte es lange, bis ich darunter hervorkroch, denn es war kalt im Haus, und das Waschen eine Zitterpartie. Es gab noch keine Doppelverglasung. Die Eisblumen malten bizarre Formen auf die Fensterscheiben. 
Auf den schneebedeckten Dächern der Häuser glänzte es, und die aufgehende Morgensonne legte dies Glitzern auch auf die brach liegenden Felder und frosterstarrten Gartenwege, wo sich die Spatzen um eine karge Mahlzeit zankten.

Gemeinsam mit den Kindern aus der Nachbarschaft spielte ich auf den langen, spiegelglatten Eisflächen der noch nicht asphaltierten Straße, wo wir unsere Standhaftigkeit und die Kunst des Nichthinfallens auf der Schlitterbahn erprobten.

Was ist geblieben aus dieser Zeit? Viele Erinnerungen und ein Foto meiner Mutter, das mein Vater stets bei sich trug.

ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE 
UND 
EINEN BESINNLICHEN 3. ADVENT!

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Still ist es geworden im Elfenwald...

...denn gestern ist die zauberhafte Arbeit fertig geworden.
Von weit her brachten fleißige Strickerinnen die fertigen Tücher ins Elfenreich der "Fadenstille".

Hört Ihr die Feen kichern und lachen? 
Sie freuen sich über die Elfentüchlein.


Obwohl mir meine Gesundheit heute etwas zu schaffen macht (Magen/Darm),
möchte ich Euch die Fotos nicht vorenthalten.




  Für die vordere, untere Kante habe ich zwei separate Blätter in Lila gestrickt und aufgenäht.
Nach dem Stricken von Tüchern dämpfe ich sie lediglich auf der linken Seite. Danach wird das noch feuchte Tuch gespannt und an den Spitzen leicht mir Haarspray fixiert. Die Abschlusskante wurde abgehäkelt. (drei Maschen als feste Masche zusammenhäkeln, eine Luftmasche)

Mit doppeltem Faden verarbeitet wurden die Garne MerciCo Avana und Setamo Resina von der WollLust, mit Nadel Nr. 4,5; Wollverbrauch je ca. 150 Gramm und ca. 25 Gramm Schulana Kid-Seta melange.
Tuchgröße 75 x 200 cm

ICH WÜNSCHE EUCH EINEN SCHÖNEN ABEND!