Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Montag, 22. August 2011

Eine kleine Pause...

werde ich hier einlegen, vielleicht bis die ersten bunten Blätter fallen. Dann habe ich hoffentlich Neues zu berichten. Jetzt ist es nicht nur zu warm zum Stricken, ich habe mir wohl eine leichte Sehnenscheidenentzündung zugezogen, die ich auskurieren muss.


Also werde ich mich im Nichtstun üben.

Ich wünsche Euch eine schönen Altweibersommer, gefüllt mit guten Gedanken und neuen Ideen, die Euch sicher nie ausgehen werden. Danke für Eure lieben Worte und für die Zeit, die Ihr mir immer wieder geschenkt habt.

BIS BALD ! 



Mittwoch, 17. August 2011

Ziel erreicht...

Es ist nichts als die Thätigkeit nach einem bestimmten Ziel,
was das Leben erträglich macht. 

Friedrich Schiller an seinen Freund Körner am 27. April 1801



Jedesmal, wenn ein Ziel erreicht ist, folgt ein Gefühl von Leere. Leere, die es nun neu zu füllen gilt.
Das erinnert mich an die Geschichte des griechischen Helden Sisyphos, der dazu verdammt war, einen riesigen Stein immer wieder aufs Neue bergauf zu rollen. Doch jedesmal kurz vor dem Ziel, entglitt ihm der Stein, und er musste den Weg wieder von vorne beginnen. Über den Homer Text  "Odyssee" wurde schon viel philosophiert. Ich denke darüber nach, was Sisyphos ohne die Strafarbeit getan hätte. Sie gab seinem Dasein einen gewissen Sinn, auch, wenn die Sinnlosigkeit seines Tuns nicht zu übersehen war. Paradox!? Ja, manchmal erscheinen uns Dinge im Leben als Paradoxon. Dann nämlich, wenn wir Gutes und Schlechtes zur gleichen Zeit empfinden. 

Mein Ziel ist jedenfalls fürs Erste erreicht:

Wolle von GGH, Hamburg. Das Garn trägt den Namen "Mystik", Baumwolle/Viskose-Mischung, gestrickt mit Nadel Nr. 5. Anleitung: SABRINA Nr. 04/2011

Und schon bringe ich einen neuen "Stein ins Rollen":

Nein, nicht mein dickes Katerchen! 
Dieses wunderschöne Garn von LANA GROSSA "Binario" ist eine Baumwolle/Viskose-Mischung.
Farbe: hellgrau/rosenholz



Sonntag, 14. August 2011

Mauerbau und Unfreiheit...

Foto: www.pixelio.de - unbekannter Fotograf
Rosenfrieden
von Gisela Seidel
    

Wenn es Rosen regnen würde,
würde ein Blütenteppich das heilige Land bedecken,
und mit ihrem Duft die Friedenssehnsucht
in den zerstrittenen Lagern wecken.

Geöffnete Himmel senden Friedensengel,
die Trauer umwandeln in Freudentränen
und freundschaftlich verbinden all’ diejenigen,
die sich trotz Niederlagen
immer noch als Sieger wähnen.

Würde Frieden die Zeit überdauern
und irgendwann alte Wunden bedecken,
wären Grenzen und das Machtgehabe vergessen,
und Gott ließe stattdessen
Rosen erblühn an den Mauern.

 

  
Anmerkung: Dieses Gedicht entstand Ende 2003, als die Zustände in Israel eskalierten. Die letzte Strophe passt zum Thema dieser Tage: der Mauerbau im August 1961.  

Samstag, 13. August 2011

Etappensieg...

Mein Pulloverprojekt wächst zur Zeit nur langsam. Aber egal: Heute habe ich einen Etappensieg errungen: Vorder- und Rückenteil sind zusammengenäht und der obere Rüschenabschluss am Halsausschnitt ist fertig. Puh, das waren in der letzten Reihe fast 400 Maschen! Wenn ich solche endlos scheinenden Reihen stricke, darf ich nicht nachdenken und schon gar keine Maschen zählen. Dann ist es leichter durchzuhalten. Habe ich die Arbeit geschafft und sie mich nicht, bin ich doppelt froh.

 
Nach der ersten Anprobe musste ich feststellen, dass das Teil jetzt schon gut aussieht. Das weckt die inneren Kräfte zum Weitermachen. Es fehlen ja noch die Ärmel. Dumm nur, dass es zwei sein müssen. Ich hoffe, meine Energie reicht bis zur letzten Ärmelrüsche. Aber ich weiß, die Arbeit wird sich lohnen.


Es gibt Situationen, da hält man genau zur rechten Zeit die Kamera bereit. So war es gestern: Ich stand am Fenster und ein Zeppelin flog hoch unter den Wolken vorbei. Über solche Luftschiffe staune ich immer wieder. Wie es wohl sein mag, dort oben? Ich bin noch nie geflogen. Deshalb stelle ich mir den Flug in einem Zeppelin oder mit einem Heißluftballon sehr aufregend vor. Einfach mal den Alltag und die Sorgen loslassen. Vom Wind getrieben auf unsere "kleine" Welt hinunter schauen. Wir Menschen haben die Angewohnheit, aus etwas Besonderem etwas Gewöhnliches zu machen. So ist es auch mit dem Fliegen. Nehmen wir dieses Wunder überhaupt noch als solches wahr?


Flieg fort,
lass' die Gedanken fliehen,
beschau von oben
unsre kleine Welt.
Dann wird dir klar,
dass unsre Zeit geliehen
und eine andre Macht
den Plan in Händen hält.


ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE

Dienstag, 9. August 2011

Sonne,...


Sonne
von Gisela Seidel

du güldnes, großes Himmelsherz,
ich misse deine Strahlen.
Wann wirst du neuen, lichten Glanz
auf unsre Erde malen?

Ich friere, ohne dein Gewand,
aus goldnem, hellem Leuchten;
und weiter treibt das ganze Land
im Regen trüb, dem feuchten.

Streu deinen warmen Feuerschein
auf unsre dunkle Welt.
Hüll’ uns in goldne Wärme ein,
die unser Herz erhellt.

Komm doch, oh Wind, treib fort von hier,
der Wolken Regenfülle,
und bring zurück das Strahlen mir,
in reinster Sommerstille.


Sonntag, 7. August 2011

Abkühlung...

Früher, als ich Kind war, waren die Sommer anders. Vor allem habe ich sie kühler in Erinnerung. Natürlich gab es auch heiße Tage. Aber nie so lange und irgendwie erträglicher als heute. Kurz nach dem Krieg hat es auf der anderen Rheinseite eine Badeanstalt gegeben. Bei uns wurde erst in den 60er-Jahren ein Freibad gebaut.

Die Menschen waren auch ohne Bad zufrieden. Sie freuten sich über den neu erreichten Wohlstand in den 50er-Jahren. Wenn man im eigenen Garten eine Zinkwanne aufstellen konnte, war das ein Paradies. Richtig schwimmen gelernt habe ich erst mit 12 Jahren, nachdem ich während eines Urlaubs im Sauerland zu meinem Vater in den Pool gesprungen bin, in der Annahme, schwimmen zu können. Dort wäre ich fast ertrunken. Danach wurde ich sicherheitshalber im Schwimmverein angemeldet, wo ich viele Jahre Mitglied war.

Es gibt nur wenige dieser Sommerfotos. Hier bin ich zu sehen mit der Tochter von Bekannten meiner Eltern. Jutta heißt sie. Sie war ein paar Jahre älter als ich und ging später aufs Gymnasium, wo sie nur Einser auf dem Zeugnis hatte, wie früher meine Mutter. Sie wurde mir immer als Vorbild präsentiert, und ich fühlte mich ganz dumm und schlecht, wenn meine mit ihren Leistungen verglichen wurden. Aufs Gymnasium durfte ich nicht. Mein Vater sagte immer: „Die vom Gymnasium wollen mit Arbeiterkindern nichts zu tun haben. Da hast Du nichts zu suchen!“ Und schlauer werden als er, das durfte ich sowieso nicht.

Aber nun zurück zu Jutta. Später studierte sie und ging als Oberstudienrätin nach Stuttgart. Mehr weiß ich nicht von ihr. Ich hoffe, sie ist dort glücklich geworden! 




Ich habe Juttas Eintrag in meinem Poesiealbum wiederentdeckt:

Die schönsten Jahre Deines Lebens
verbringst Du im Elternhaus.
Du suchst ein zweites Glück vergebens,
eilst Du zu früh und leicht hinaus. 




Samstag, 6. August 2011

Schon wieder Wochenende...

und es gibt nicht viel Neues zu berichten. Ich werkel immer noch an meinem Landlook-Pullover, und da ich zwischenzeitlich viel gelesen habe, wächst das Teil nur langsam. Aber ich will mich nicht selbst unter Druck setzen, deshalb lasse ich mir diesmal Zeit.


Das Rückenteil ist fertig; am Vorderteil arbeite ich gerade. Das Garn ist schwer, dadurch bekommt das Godet-Bündchen einen schönen Fall.

Meine Katzen waren heute unversteckbar. Deshalb heute kein Katzenversteckbild, nur ein Katzenverdrehbild.

Es ist immer noch schwül-warm. Gelegentlich kommt die Sonne raus. Gewittern soll es auch bald wieder. Diesmal werde ich alle Stecker rausziehen. Ich hatte beim letzten Mal den Router vergessen. Aber es geht auch ohne PC. Die Telekom war - wie immer - sehr schnell und hat mir sofort helfen können.

Gerade habe ich Zwetschgenkuchen mit Schmand gebacken. Der erste in diesem Jahr.

Ich liebe Schmandkuchen! Ein Rezept aus der Rhön. Für den Belag kann man jedes Obst nehmen. 400-600 g Schmand, 1 Becher Schlagsahne, ein Teelöffel Stärke, 100 g Zucker, etwas Zimt. Alles gut mischen und über das Obst geben. Darunter ein einfacher Hefeteig für Blechkuchen. Sehr lecker!


ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE !