Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Samstag, 25. Juni 2011

Schon wieder lila...

Gestern war ich zum ersten Mal in einem ganz unscheinbaren Lädchen hier am Ort, in dem auch Wolle verkauft wird. Die Inhaberin ist sicher schon über 80 Jahre alt. Genauso sicher ist, dass ich dort noch öfter einkaufen werde. Ich musste direkt ein paar Knäuel mit nach Hause nehmen.



Mein Katerchen musste wieder mal Modell sitzen. Er ist ja so geduldig. Selbst Blitzlicht schreckt ihn nicht.

Auf der Wollbanderole (LANA GROSSA "Merino Print superfein) steht: Nadeln Nr. 3-3,5. Damit hatte ich diesen Pullover angefangen, der mir sehr gut gefällt. Leider ist das Muster sehr arbeitsintensiv zu stricken, denn auch die Rückreihen haben Maschen-Verschränkungen. Nach einer Weile merkte ich, dass die Wolle viel zu dick für die 3,5er Nadeln ist. Also war ribbeln angesagt.

Jetzt stricke ich etwas ganz anderes, mit Nadeln Nr. 5 und es wird - glaube ich -gut.



Die Weste, die ich mir ausgesucht habe, steht seit Jahren auf meiner Strickwunschliste. Auch, wenn sie aus einem älteren Heft stammt (Ingrid 1/1997), gefällt sie mir nach wie vor.


ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE!

Donnerstag, 23. Juni 2011

Es gibt Momente, da ist uns das Ferne viel näher als man denkt...

Heute zum Beispiel. Morgens war ich fleißig im Garten, was ja längst überfällig war. Kennt jemand von Euch "Zaunrüben"? Ich weiß nicht, wo ich sie überall rausgezogen habe und wieviele Pflanzen es sind. Sie hängen wie Kletten in den Zweigen der anderen Gewächse. Dann noch die Brombeeren. Sie wachsen überall dort, wo sie nicht hingehören. Ein jahrelang vergeblicher Kampf, den ich längst aufgegeben habe. Nur noch Schadensbegrenzung!

Nachmittags zog es mich dann wie magisch zu den alten Notizen meiner Großeltern, und wieder blätterte ich im alten, aus Feldpostkarten zusammengeflickten Notizbüchlein. Obwohl die Sütterlinschrift meiner Oma schwer zu lesen ist, blieb mein Blick an einer Eintragung hängen: "Aus der Jugendzeit" stand da. Dieses Lied, gesungen von Richard Tauber, hatte ich hier in meinem Blog am 01. Mai veröffentlicht. War das ein Zufall? Oma hat nie Musik gehört, obwohl das alte Röhren-Radio von Nordmende im Wohnzimmer stand. Und dann steht ausgerechnet dieses Lied in ihrem Büchlein. Welches Wesen hat mir ins Ohr geflüstert, ich soll dieses Lied hier einstellen? Wie schön, dass Oma es mochte! Ich habe in dem Moment wohl auf meine innere Stimme gehört.

 
Viele werden die Musik von Richard Tauber schnulzig finden. Für mich ist es viel mehr als nur Musik. Es ist eine Art von Verbindung zu etwas, das ganz fern von mir und doch so nah ist. Ein Stück, das ich sehr schön finde, möchte ich heute hier vorstellen. Es ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß und ziemlich verstaubt. Obwohl es sehr romantisch klingt, war die damalige Zeit (1931) mehr als explosiv. Genau zu der Zeit muss dieses Foto von meiner Oma entstanden sein.
Und hier die Musik:

Mittwoch, 22. Juni 2011

Diese Woche hat es in sich!

Arbeit ohne Ende – nachmittags falle ich totmüde auf meine Couch, obwohl mein Garten längst um Hilfe schreit. Dann halte ich mir die Ohren zu und habe ein schlechtes Gewissen. Der Tag ist einfach zu kurz für die vielen Dinge, dich ich tun möchte und müsste. Da ist im Moment wenig Raum zum Bloggen… zum Stricken ebenso.

Das Gefühl, dass mir die Zeit davonläuft, hatte ich früher nicht. Ist das eine Alters- oder Zeiterscheinung? Man sagt, gegen Ende läuft die Zeit schneller. Ob das stimmt? Haben wir Menschen nicht selbst die Stärke des Zeitflusses vorgegeben, indem wir die Strukturen dazu schafften? Geht uns 2012 die Zeit aus, wie manche Pseudo-Wissenschaftler sagen?

Zwischendurch die Suche nach einem neuen Projekt. Da wäre ein langer Strickmantel, der auf dem Plan steht. (auf jeden Fall!) Anleitungen für eine Filetgardine fürs Bad liegen schon parat. (Das Garn liegt im Schrank, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich sie stricken oder häkeln soll) Und sollte ich mich denn endlich entschieden haben, fehlt es an Zeit für die Umsetzung. Man sollte sich selbst nicht unter Druck setzen. Es gibt niemanden, der mich treibt – nur will mein „innerer Schweinehund“ nicht schweigen.

Zumindest in der vergangenen Urlaubswoche konnte ich ein wenig handarbeiten…und eine Freundin, die Handarbeiten bisher gar nicht mochte, zum Socken stricken animieren. freu

Heute Mittag steht der wöchentliche Besuch bei meinem Vater an. Zum Glück geht es ihm gesundheitlich wieder besser. Darüber bin ich sehr froh! Auch hier hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Alles vergeht, damit Neues entstehen kann. Das ist der Lauf der Welt!

So vergeht die Zeit und nimmt alle schönen und weniger schönen Augenblicke mit sich.

Wenn wir in den Armen eines geliebten Menschen liegen, dann ist es oft so, als würde die Zeit still stehen. Dann befinden wir uns in einem zeitlosen Raum, wo die rastlose Welt draußen bleiben darf – für wenige glückliche Augenblicke. Oder aber beim Besuch einer lieben Freundin. Man ist so intensiv im Gespräch, dass man die Zeit vergisst. Plötzlich schaut man auf die Uhr und es sind Stunden vergangen.

Einfach nur SEIN!


Halten wir doch ein wenig inne. Gönnen wir uns ein paar stille Minuten Aus-Zeit, ohne die Minuten zu zählen und auf die Uhr zu schauen. Bilden wir uns einen ganz eigenen zeitlosen Raum, den wir auch alleine, in „den Armen“ von Mutter Natur, genießen und erfahren können.
(alle Fotos sind vom Melatenfriedhof, Köln)

Zeitstrom
von Gisela Seidel

Sekunden zerrinnen wie Tropfen der Zeit,
bilden ein Meer der Unendlichkeit,
versinken dort im Alles und Nichts,
geben dem Strom der Veränderung Licht.

Minuten sind die Schäume der Wogen,
die an der Brandung der Ewigkeit toben,
werden erwachen, werden vergehen,
wie die Gezeiten des Mondes entstehen.

Stunden, sie türmen zu riesigen Fluten
alle Sekunden und Wellenminuten,
erhoffte Zukunft – vergangene Zeit,
zerfließende Gegenwärtigkeit.

Tage, Monate, Jahre vergehen,
der Fluss der Zeit, er bleibt niemals stehen;
so schnell geht die Zeit deines Lebens dahin,
fülle sie aus mit göttlichem Sinn.

Montag, 20. Juni 2011

Lila der letzte Versuch...


Der "Hauch von Nichts" hat sich zu einem 200 x 60 cm  langen Schal mit schönem Lace-Charakter entwickelt und wiegt keine 100 Gramm. Die Schoppel-Zauberball-Wolle war sehr ergiebig. Es blieb ein kleiner Rest, und ich bin froh, dass das Garn gereicht hat.


Auf jeden Fall ging das Muster schnell von der Hand. Hier findet Ihr es: Schal "Blaze of Color"


ICH WÜNSCHE EUCH EINEN GUTEN START IN DIE WOCHE

Freitag, 17. Juni 2011

Ein Hauch von Nichts...

An dieser Stelle möchte ich einfach mal „DANKE“ sagen,  
für die lieben Worte, mit denen Ihr bisher meine Blog-Beiträge kommentiert habt.

Dankbar bin ich natürlich auch für die vielen „stillen“ Besucher, die hier waren, ohne eine Spur zu hinterlassen. Vielleicht konnte der Eine oder Andere etwas mitnehmen oder einfach nur mit mir den Spaß am Handarbeiten und an anderen schönen Dingen teilen.

Schön, dass es Euch gibt – Ihr vielen unbekannten Leser dort draußen! 


Gestern habe ich mich eifrig auf ein neues Projekt gestürzt. Es wird wieder eine Stola werden: "Blaze of color" von der WollLust. Diesmal aus Schoppel-Wolle. Ein Lace-Ball-Farbverlaufsgarn zu verstricken macht sehr viel Freude. Die Farben sind traumhaft! Ob ich mit 100 g auskommen werde, weiß ich noch nicht, denn der Schal soll ca. 2 Meter lang und ca. 60 cm breit werden. Auf dem Foto kann man das Muster noch nicht erkennen. Die Stola wird quer gestrickt.



Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! 


Donnerstag, 16. Juni 2011

Neuer Morgen...



Gedicht und Foto von Gisela Seidel

Montag, 13. Juni 2011

Poesie

Gedicht von Gisela Seidel

Verschlungen
ist das Band der Poesie,
im kurzen Rausch erstickt der Schwall der Worte


und wer mit Andacht lauscht, 
erhebt sie still zu hoheitsvollem Orte, 
nur Einfalt senkt herab sie in die Tiefen;



beschwörend, heilig, wen die Musengeister riefen, 
mit Tönen wohl aus purem Moll und Dur. 
Verliert sich zwischen Ewigkeiten ihre Spur,


so schwingt das Band sich eng um Reim und Vers, 
zieht aus den Orten des Vergessens die Gedanken 
und leitet sie vom Herzen himmelwärts.



Gestrickt habe ich dieses Tuch mit dem Namen "POESIE" aus den Garnen MerciCo Avana und Setamo Resina von der WollLust, mit Nadel Nr. 5. Wollverbrauch je ca. 80 Gramm.

Sonntag, 12. Juni 2011

Der Nachtigall Pfingstgesang

 
Pfingstsonntag - Zeichnung von Kurt Albrecht aus "Die Gartenlaube" 1870-1918

Der Nachtigall Pfingstgesang
 von Friedrich Rückert (1788-1866)


Zu Pfingsten sang die Nachtigall
nachdem sie Tau getrunken;
die Rose hob beim hellen Schall
das Haupt, das ihr gesunken!

O kommt ihr alle trinkt und speist,
ihr Frühlingsfestgenossen,
weil übers ird`sche Mal der Geist
des Herrn ist ausgegossen.

Die Himmelsjünger groß und klein
sind von der Kraft durchdrungen,
man hört sie reden insgemein
zu wunderbaren Zungen.

Und da ist kein Zung` am Baum
Kein Blatt ist da so kleines,
es redet auch mit drein im Traum
als sei`s voll süßen Weines.

Oh, Ihr Apostel gehet aus
Und predigt allen Landen
mit Säuselluft und Sturmesbraus
von dem, der ist erstanden!

Legt aus sein Evangelium,
auf Frühlingsau`n geschrieben,
daß er uns lieben will darum,
wenn wir einander lieben.

Wer liebend sich ans nächste hält
Und will nur das gewinnen,
umfaßt darin die ganze Welt,
und Gott ist mitten drinnen!




ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES PFINGSTFEST ! 

Freitag, 10. Juni 2011

WollLust - Projekt...

für das lange Pfingstwochenende.

Man kann ja noch nicht viel erkennen, aber es soll wieder ein Tuch werden. Diesmal ein richtig großes. Deshalb stricke ich die beiden Garne MerciCo Avana und Setamo Resina von der WollLust doppelt, mit Nadel Nr. 5. Das ergibt ein zartes Schlammgrün.

Über die Fortschritte des Projekts werde ich Euch auf dem Laufenden halten. Den Namen des Tuches möchtet Ihr wissen? Das wird noch nicht verraten!

Mittwoch, 8. Juni 2011

Und manchmal...

bekommt man ganz unerwartet von einer lieben Seele etwas geschenkt.

Heute bekam ich ein Päckchen. Mein Nachbar hatte es mir auf die Treppe gelegt. Ich wunderte mich ein wenig, denn meine Wollbestellung konnte es noch nicht sein.

Erst beim Öffnen erinnerte ich mich an die Ankündigung der Absenderin. Eigentlich kenne ich sie gar nicht. Beim Anschauen der Kette und der Ohrclips aus feinem Elfenbein war mir ganz seltsam zumute. Manchmal...ja, nur ganz selten, fallen die Geschenke wie zufällig "vom Himmel". Alles, was einem zu-fällt muss doch von oben kommen, oder!?

Ein herzliches Dankeschön an den freundlichen Engel, Barbara, die mich heute mit diesen kleinen Kostbarkeiten überraschte!

Dienstag, 7. Juni 2011

Nach dem Regen

Foto: Cornerstone - Pixelio.de


Jedes Blättchen blank vom Regen!
Edelsteingeschmückt der Strauch!
Jede Wurzel trank sich Segen,
jede Blüte Lebenshauch.

Foto: Uschi Dreiucker - Pixelio.de

Vollgestillt das heiße Sehnen
der ermatteten Natur!
Wie der Glanz von Freudentränen
liegt es rings auf Feld und Flur!

Foto: Dorothea Jacob - Pixelio.de
Das Gedicht stammt aus dem Bändchen "Frieda Jung - NEUE GEDICHTE" (1927).
 

Montag, 6. Juni 2011

Haruni - von Emily Ross

Wenn man das gute Stück auf der Kommode drapiert liegen sieht, könnte man denken, es sei ein relativ großes Tuch.

Auf meinem "breiten" Rücken sieht das allerdings ganz anders aus.

Vielleicht sollte ich schrumpfen - wenigstens in der Breite?! Oder ich benutze das Tüchlein an kalten Herbst- und Wintertagen als Halswärmer. Eine passende Jacke hängt im Schrank.


Vom Muster bin ich nach wie vor begeistert. Ein großes Lob an Emily Ross und an Ingrid ein extra Dankeschön für die hilfreiche Übersetzung.

Dieses Garn habe ich verwendet: MerinoSilk von "Tolle Wolle", doppelt verstrickt mit Nadel Nr. 4,5 - keine 100 g.

Sonntag, 5. Juni 2011

spannende Momente...

Aus dem gewünschten Tuch ist mit einer Weite von 1,30 x 0,60 cm leider nur ein "Tüchlein" geworden. Die Wolle war wohl zu dünn, obwohl ich sie doppelt verstrickt hatte. Trotzdem gefällt es mir. Ich werde es irgendwann noch einmal stricken (ging ja schnell) und dann mit stärkerer Wolle. Noch liegt es auf der "Streckbank". Morgen werde ich Euch das getrocknete Exemplar präsentieren.


Hier war es den ganzen Tag so schwül, dass ich es vorgezogen habe, nicht nach draußen zu gehen. Windstille Gewitterluft! Hoffentlich haben wir alle eine ruhige Nacht.

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Samstag, 4. Juni 2011

Ein neues Projekt...

Weil ich noch viel MerinoSilk von Tolle Wolle übrig habe, habe ich mich kurz entschlossen an eine weitere englische Anleitung gewagt. Ein HARUNI soll es werden. Die ersten Mustersätze gingen ganz leicht von der Hand. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt.


Ich wünsche Euch allen ein sonniges, geruhsames Strickwochenende!

Donnerstag, 2. Juni 2011

Vatertag

 
Mein Vater hat immer schon eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt - auch, wenn ich das erst spät eingesehen habe. Denn die Liebe, die der Vater nie gab, sucht man später bei anderen, ihm ähnlichen Männern. Ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen ist. Er war ein Despot, dessen Anordnungen alle befolgen mussten, selbst meine Mutter. Sie hat es einfach hingenommen und ist stets den Weg des geringsten Widerstands gegangen.

Anfangs, wenn man noch sehr verliebt ist, sieht man vieles nichts. Als meine Eltern 1950 heirateten, war meine Mutter 25 Jahre alt, mein Vater war erst 23.


Ich kam drei Jahre später zur Welt. Ein hässliches, plärrendes Mädchen, mit dem mein Vater nichts anzufangen wusste.

mit meiner Mutter (re) und ihren Eltern

 
hier mit Patentante und -onkel aus Köln
Mein Vater war handwerklich hochbegabt und mochte keinen Alkohol. Das habe ich von ihm geerbt. Er machte im Haus alles selbst, baute die tollsten Möbel und kümmerte sich - zum Leidwesen meiner Oma - nach ihrer Ansicht, zu viel um Haus und Hof.
"Der macht alles kaputt!", hörte ich sie manches Mal schimpfen. Sie schimpfte wie ich heute über den Nachbarn. Besonders, als mein Vater den riesigen Birnbaum im Hof ganz alleine fällte.

Mittlerweile hat das Schicksal meinen Vater ausgebremst. Nachdem meine Mutter verstorben war, verlor er langsam sein Augenlicht. Ich muss oft daran denken, wie pedantisch sauber und ordentlich er gewesen ist. Heute könnte er die strubbeligen Fransen am Teppich gar nicht mehr sehen, die ihn oft zur Rage gebracht hatten oder den Staub, an Stellen, die meine Mutter zu putzen übersehen hatte. Er musste die Kontrolle abgeben, an eine höhere Instanz. Seitdem ist er zwangsläufig ruhiger geworden.




Erinnerung!

Erinn’rung ist ein Fleckchen Himmelsblau
im öden, sonnenlosen Alltagsgrau,
ein Himmelsgruß aus froher Kinderzeit,
ein Wehmutshauch aus Tagen, reich an Leid,
die goldne Brücke zwischen einst und jetzt,
vom Muttergrab ein Blümlein, taubenetzt,
ein Nachklang aus der Liebe süßem Traum,
Ein stilles Eden, tief im Herzensraum,
ein heilig Zauberland, darinnen man
sich in Verlor’nes still versenken kann.
Erinn’rung schlingt ein Band um Herz und Geist,
wenn uns das Leben auseinander reißt.

aus dem Büchlein "Blumen am Wege" (1902) von Marie Paschke-Diergarten