Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Mittwoch, 30. März 2011

Hieroglyphen

Edging St (multiple of 12 + 4, decreasing to multiple of 10 + 4 sts after Row 3)
Row 1 (WS): Purl. 2 K3, *k1 then sl this st back to LH needle, pass the next 9 sts, one at a time, over this st and off LH needle, yo twice, then k this st again, k2; rep from *, end last rep k1. 3 K1, *k3, drop 1 yo, [k in front and back of yo] 3 times, k in front of yo; rep from*, end last rep k3. 4 and 5 Knit.
Giselchen ist richtig ent-täuscht und ärgert sich! 

Dieses Jäckchen wollte ich von meiner neuen, wunderschönen Wolle stricken, die ich Euch ja bereits vorgestellt hatte. Das schöne Modell war in dem Buch "A gathering of lace" gefunden - bis ich die Beschreibung für das Bündchen las. Ups! Was wollte die Künstlerin, Sally Melville, damit sagen? Hieroglyphen!? Ohje, da habe ich mir wohl zuviel zugetraut. Mittlerweile habe ich das Projekt vertagt. Vielleicht finde ich ja noch ein ähnliches Objekt, mit deutscher Beschreibung!? 

2.600 Meter Garn habe ich gestern Abend per Hand gewickelt. Es ist sehr dünn, deshalb werde ich es doppelt verstricken. 

Heute habe ich mir drei neue Strickhefte bestellt. Die Hoffnung stirbt zuletzt! 

Montag, 28. März 2011

Das Modell war recht zappelig...

...als ich es gerade im Garten fotografiert habe.


Gestern Abend lag es noch festgenadelt auf dem Boden. Sehr zum Ärger meiner Katzen, denn sie durften nicht ins Schlafzimmer. Das Tuch ist mit fast 1,90 m größer geworden, als ich annahm.


Wie bändigt man ein flatterhaftes Wesen? Man faltet es ordentlich zusammen.



Aber bitte mit Blümchen! 


Sonntag, 27. März 2011

Nachtglocken

Foto: Michael Sieling - Pixelio.de

Nachtglocken
von Gisela Seidel
 
Die Glocken klingen in der Ferne,
sie läuten schon den Sonntag aus.
Am Himmel stehen erste Sterne,
die Stille zieht in Stadt und Haus.

Der Lampen Licht fällt durch die Scheiben,
wirft Schatten auf die leeren Straßen,
und es beginnt das bunte Treiben
im fahlen Mondlicht zu verblassen.

Wo Tag war, herrscht nun Dunkelheit;
der Wind, er schaukelt sanft die Welt.
Gott hat für unsre Schlafenszeit
die Uhren langsamer gestellt.

Die Englein singen Wiegenlieder,
du hörst sie, wenn’s ganz stille ist.
Sie schwingen sanft zu uns hernieder,
damit das Dunkel heller ist.


Samstag, 26. März 2011

Ja, grün ist die Heide... Richard Tauber

Das ist ein Lied, das meine Oma sehr oft gesungen hat:

Methusalem-Katze

Es ist wieder richtig kalt geworden...und dunkel. Hier lässt sich jedenfalls kein Sonnenstrahl blicken. Im Haus ist es ganz ruhig. Die drei Katzen liegen vollgefressen herum. Gestern habe ich meine älteste Katze beobachtet. Sie lag lang ausgestreckt am Fenster in der Sonne.


Mittlerweile ist sie "so alt wie Methusalem" - dem angeblich ältesten Menschen der Bibel, dem Großvater Noahs. Methusalem soll 969 Jahre alt geworden sein. Suse hingegen nur 20 Jahre - für Perserkatzen ein biblisches Alter. Den Namen hat sie bekommen, weil sie den Eindruck macht, als wäre sie ein bisschen "gaga", die dumme Suse. Aber lieb ist sie immer gewesen, und obwohl sie mittlerweile das Aussehen eines Putzlumpens angenommen hat, bleibt sie mein "Susenkind".

Donnerstag, 24. März 2011

Oma und Opa

Da mein Strickprojekt noch andauert, möchte ich heute wieder ein wenig die Vergangenheit Revue passieren lassen und die Eltern meiner Mutter vorstellen: Helene Berta Buskies und Robert Nicolay. Meine Oma wurde 1895 in Kanterischken/Ostpreußen geboren und Opa, geb. 1903, kam aus Lütz von der Mosel. Beide suchten im Ruhrgebiet ihr Glück und sind schon vor langer Zeit gestorben. Ich vermisse sie beide! Sie waren mir sehr lieb und teuer.

Oma war 8 Jahre älter als Opa. Er wurde nur 67 Jahre alt; sie hingegen starb erst mit 93 Jahren.


Gebet

Herr, gib uns helle Augen,
Die Schönheit der Welt zu sehn!
Herr, gib uns feine Ohren,
Dein Rufen zu verstehn.
Und weiche, linde Hände
Für unserer Brüder Leid
Und klingende Glockenworte
Für unsre wirre Zeit!
Herr, gib uns rasche Füße
Nach unserer Arbeitsstatt –
Und eine stille Seele,
Die deinen Frieden hat!

von Frieda Jung (1865-1929)
Ostpreußische Heimatdichterin
geboren im Landkreis Gumbinnen

Mittwoch, 23. März 2011

Zwischendurch...

Da ich gestern überhaupt keine Zeit zum Weiterstricken hatte, weil ich stundenlang im Garten herumgewühlt habe, liegt die Stola immer noch unvollendet herum. 400 Reihen sind noch zu stricken, dann ist das Prachtexemplar fertig. Ich weiß noch nicht, wie ich das fotografieren soll. Immerhin wird der Schal wenigstens 150 cm messen. Na ja, aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Ich hoffe, dass ich am Wochenende weitermachen kann.

Gestern Abend habe ich in alten Büchern und Illustrierten gestöbert. Dabei sind mir einige Fotos und Gemälde aufgefallen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Die handarbeitende Frau ist ein Bild davon.
In der Fensternische - Aquarell von Prof. Wilh. Thielmann
Es stammt aus einem Monatsheft von Velhagen & Klasing, Oktober 1918.
Werbung sah damals etwas anders aus als heute. Zumindest kommt es uns so vor. Mal ehrlich: Kann man einem solch anmutigen Fräulein widerstehen? Diese Bezeichnung wurde bereits aus unserem neuzeitlichen Vokabular gestrichen. Eigentlich schade - oder!?

Montag, 21. März 2011

Frühlings Ankunft

Foto: Manfred Schimmel - Pixelio.de


Alle Vögel sind schon da,
alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern,
Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern!
Frühling will nun einmarschiern,
kommt mit Sang und Schalle.

Wie sie alle lustig sind,
flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star
und die ganze Vogelschar
wünschen uns ein frohes Jahr,
lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkündet nun,
nehmen wir zur Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein
Singen, springen, scherzen!

Hoffmann von Fallersleben 1798-1874


Samstag, 19. März 2011

Ostpreußen - Land der dunklen Wälder


Ostpreußenlied

Text:        Erich Hannighofer, geb. 1908 in Königsberg
Melodie: Herbert Brust

1.
Land der dunklen Wälder
und kristallnen Seen,
über weite Felder
lichte Wunder gehen.

2.
Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug.
Über Ackerbreiten
streift der Vogelzug.

3.
Tag hat angefangen
über Haff und Moor.
Licht ist aufgegangen,
steigt im Ost empor.

4. (Diese Strophe entstand erst nach der Vertreibung)
Heimat wohlgeborgen
zwischen Strand und Strom,
blühe heut’ und morgen
unterm Friedensdom.  

5.
Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit.
Elche stehn und lauschen
in die Ewigkeit.

Familie Buskies in Ostpreußen

Familie Erdmann Buskies
Meine Oma, mütterlicherseits, stammt aus dem Memelgebiet Ostpreußens. Genauer gesagt, aus Kanterischken im Kreis Heydekrug. Auf diesem alten Familienfoto ist sie leider nicht zu sehen. Es zeigt die Hochzeit ihrer Schwester Hedwig. Meine Urgroßeltern hatten einen großen Gutshof mit Trakehnerzucht. Einige Menschen auf dem Bild sind mir persönlich bekannt - aber nicht alle. Leider ist niemand mehr da, den ich danach fragen könnte. Die Zeit reißt alles mit sich. Das ist der Lauf der Welt.

Das war meine Oma um 1915: 
Hier, im Jahre 1928, mit ihrer Schwester Hedwig und meiner 3jährigen Mutter:

Halbzeit

Vorhin habe ich die 1. Seite der Stola beendet. Nun nochmal das Gleiche von vorn, aber hoffentlich fehlerfrei.


Wenn das Tuch später gespannt worden ist, kommt das Muster sicher gut zur Geltung. Mir gefällt es!
Ihm auch:

Freitag, 18. März 2011

Juchhuuuh, Strick-Wochenende!

Gerade habe ich sie bekommen: die zwei, bei Tolle Wolle bestellten Stränge MerinoSilk Lace.
Das Garn fühlt sich verführerisch an, so, als würde es leise "Fass mich an...nimm mich...strick mich!", flüstern. Auch die Farbe ist wunderschön: ein tiefes Blaurot - genau wie ich es mir vorgestellt hatte.
Was ich daraus stricken werde, weiß ich noch nicht. Es muss ja nicht schon wieder ein Tuch sein...oder doch!?
Mir wird schon etwas Schönes einfallen. Meine Katzen waren auch sehr interessiert:

Ob es wohl was Essbares ist?
Nö, uninteressant!

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 17. März 2011

Herr Ribbel

Gestern war nicht mein Tag! Deshalb endete er für mich bereits gegen 21 Uhr, denn da bin ich völlig entnervt ins Bett gegangen. Zuerst ging meine Kamera nicht mehr.

Dann kam Herr Ribbel ganz unerwartet zu Besuch und hatte die schlechte Laune gleich mitgebracht. Fazit: Man sollte keine Lace-Stola beim Fernsehen stricken! Zunächst hatte ich es gar nicht bemerkt. Erst einige Reihen später sah ich die Bescherung: Ich hatte mich im Muster vertan. Aua!!!

Dunkles, hauchdünnes Garn abends aufribbeln, das geht gar nicht. Ich hatte dann die Maschen, die ich erkennen konnte, mühsam mit der Nadel aus dem Gestrick aufgenommen, doch plötzlich wollte nichts mehr gelingen. Heute Morgen habe ich dann um 4 Uhr weitergemacht, und jetzt sind das Muster und die Stola gerettet. Puuh! Das waren viele Stunden Arbeit, die ich mir hätte sparen können.

Geduld ist ein Kaktus...und nicht mein zweiter Vorname!

Der Kakteenfreund - Carl Spitzweg 1808-1885

Mittwoch, 16. März 2011

Bäuerliches Stricken und Bauerngartenpflanzen

Letzte Woche habe ich sie recht günstig erstanden, die Bücher "Bäuerliches Stricken 1-3". In vielen Antiquariaten kosten sie über 100 Euro. Das war mir dann doch ein bisschen zu teuer. Nun habe ich 20 Euro pro Buch bezahlt, und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt. So viele wunderschöne Muster! Davon muss ich demnächst einige ausprobieren.

Heute hatte ich einen halben freien Tag, den ich zum Blümchenpflanzen genutzt habe. Im Garten blühen schon die Osterglocken. Nun habe ich mir welche vor mein Wohnzimmerfenster gepflanzt. Dazu Primeln, Perlblümchen und Stiefmütterchen. Ich liebe diese alten Blumensorten! Sie sind für mich ein Stück Zuhause.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen, sonnenreichen Tag!

Dienstag, 15. März 2011

Kartoffelkeilchen mit Spirkel

Hühnerhof - Otto Scheuerer 1862-1934

Gestern hat das Telefonat mit einem lieben, fernen Verwandten die alten Erzählungen meiner Oma über Ostpreußen wieder wachgerufen. Mit dieser Seite meiner Mutter bin ich ganz stark verwurzelt. Besonders gerne erinnere ich mich an die köstlichen Speisen meiner Oma, die ich so nie wieder gegessen habe.

Die Frauen aus Ostpreußen hatten kein „Figürchen“, sondern „Figur“. Das lag an der nicht gerade kalorienarmen Ernährung. Da hieß es beispielsweise: „Wenn ich gesund bin, esse ich zwölf Keilchen, wenn ich krank bin, nur elf. Aber das letzte muss besonders groß sein.“ Doch was ist ein Keilchen?

Die gab es bei Oma nur einmal im Jahr, weil die Zubereitung mit sehr viel Arbeit verbunden war. Dazu benötigte sie ein Leinentuch, das uralt aussah, denn die rohen Kartoffeln wurden mit diesem Tuch ausgepresst.

Ab und zu werde ich hier einige Rezepte einstellen, damit sie nicht ganz vergessen werden. Heute:

Kartoffelkeilchen (grüne Klöße) mit Spirkel (Speck und Zwiebeln)

2 kg rohe, geschälte Kartoffeln werden in eine große Schüssel gerieben und danach in einem Leinentuch so stark ausgepresst, bis nur noch eine bröckelige Masse vorhanden ist. 600 g Pellkartoffeln, die am Besten tags zuvor gekocht worden sind, werden gestampft und zu der rohen Kartoffelmasse hinzugegeben. Alles wird nun mit 1 Ei, 70 g Mehl und etwas Salz vermischt. Zügig zu einem festen Teig verarbeiten und 30 Minuten ruhen lassen.

Zwischenzeitlich in einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen; die Hitze runterschalten. Aus dem Teig einen Probekloß abstechen und in dem siedenden Wasser 10 Minuten ziehen, aber nicht kochen lassen. Ist der Kloß zu fest, zusätzlich Wasser an den Teig geben; ist er zu locker, mehr Mehl zugeben.

Aus dem Teig werden längliche, ovale Keilchen geformt, die etwa die Größe einer Hand haben. Im Salzwasser garen lassen. Wenn sie an die Oberfläche kommen, müssen sie noch weitere 15 Minuten ziehen. Dann herausnehmen, abtropfen lassen und warmstellen. (Nebeneinander auf eine Platte legen)

Während die Keilchen garen, Schweinebauch braten, bis er knusprig ist; zum Schluss eine Zwiebel hinzufügen. Fleisch entnehmen und aus dem ausgelassenen Fett mit 1-2 Essl. Mehl eine braune Mehlschwitze herstellen. Diese mit Wasser ablöschen. Mit Salz und Pfeffer (oder Brühwürfel) abschmecken und über die Keilchen geben.    

Guten Appetit!


Montag, 14. März 2011

Frühling

Amor und Psyche, William Adolphe Bouguereau


Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!


Eduard Mörike (1804-1875)

Sonntag, 13. März 2011

Wie die Zeit vergeht...

Ja, das war ich, vor langer, langer Zeit.
Hier kann man deutlich das selbstgestrickte Kleidchen erkennen. Auch hier:


 Ich kann mich noch genau an den bestickten Rock erinnern, der mit Pilzen und Blumen verziert war.

Eine meiner größten Leidenschaften ist geblieben: Das Katzenschleppen.

Gerne würde ich nur einen einzigen Tag zurückholen, mit allen Menschen, die mir damals lieb und wichtig waren!

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag, mit hoffentlich guten Erinnerungen.

Samstag, 12. März 2011

Stola "Saint Vincent"

Vor einer Woche habe ich mit der Arbeit an der Stola begonnen. Es ist ein Modell aus dem Heft "Lace" von Monika Eckert. Die Wolle habe ich im Shop Die Wolllust erstanden. "Anta" (100 % Alpaka) ist handgefärbt und hat eine Lauflänge von 400 m je 50 g. Für mein Tuch habe ich die Farbe "Bernstein" gewählt, was auf den Fotos sehr verfälscht wiedergegeben wird. Die Wolle ist so unfotogen wie meine Katzen.

Ich hoffe, dieses unförmige Etwas sieht besser aus, wenn es fertig ist.

Hellgelbes Jäckchen

Das im Februar gefertigte Jäckchen, mit der wunderschönen Ajourkante, ist ein Modell von Drops-Design. Die Baumwolle "Paris" ließ sich sehr gut verarbeiten.

Dieses Foto zeigt die Farbe am Besten:

Ein Überwurfpulli, der ein Rock sein wollte...

Eigentlich sollte es der in Die Wolllust vorgestellte Ärmelschal werden, den ich im Februar mit einer "Wunschwolle" des Shops gearbeitet habe. Die Wolle war dicker als gedacht und siehe da, es wurde ein wadenlanger Godet-Rock daraus, und das passende Oberteil habe ich direkt im Anschluss gestrickt.

Das Garn enthält einen Lurexfaden. Der Zweiteiler sieht also durchaus auch am Abend sehr schön aus.

Färöertuch "Melissa"






Mit diesem Tuch wurde im Januar die neue Stricklust geweckt. Winterfarbe! Das nächste Tuch wird heller. Anleitung und Wolle habe ich bei Die Wolllust gefunden. Es war relativ einfach zu stricken und ist genauso geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Leider bin ich keine gute Fotografin. Eine neue Erfahrung: Es ist schwierig, ein solch großes Tuch ins rechte Licht zu rücken.              



Frühling

von Gisela Seidel

Wenn Räder, bunt, im Winde drehen,
wenn unsre Lebenslust erwacht,
wenn sanft die milden Lüfte gehen,
Natur sich streckt nach langer Nacht;

wenn sich die Erdenporen weiten,
erwartungsvoll im Morgenlicht,
und durch der tiefen Nebel Breiten,
die Sonne durch die Wolken bricht;

wenn aus den harten Erdenritzen,
die Pflanzenwelten aufwärts streben,
und bunte Frühlingsblumen-Spitzen
die Erde auseinander heben;

wenn Vögel wieder Nester bauen
und in der Morgenfrühe singen,
wenn tausend Augen Wunder schauen,
dann wird die Frühlingszeit beginnen.