Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Samstag, 13. August 2011

Etappensieg...

Mein Pulloverprojekt wächst zur Zeit nur langsam. Aber egal: Heute habe ich einen Etappensieg errungen: Vorder- und Rückenteil sind zusammengenäht und der obere Rüschenabschluss am Halsausschnitt ist fertig. Puh, das waren in der letzten Reihe fast 400 Maschen! Wenn ich solche endlos scheinenden Reihen stricke, darf ich nicht nachdenken und schon gar keine Maschen zählen. Dann ist es leichter durchzuhalten. Habe ich die Arbeit geschafft und sie mich nicht, bin ich doppelt froh.

 
Nach der ersten Anprobe musste ich feststellen, dass das Teil jetzt schon gut aussieht. Das weckt die inneren Kräfte zum Weitermachen. Es fehlen ja noch die Ärmel. Dumm nur, dass es zwei sein müssen. Ich hoffe, meine Energie reicht bis zur letzten Ärmelrüsche. Aber ich weiß, die Arbeit wird sich lohnen.


Es gibt Situationen, da hält man genau zur rechten Zeit die Kamera bereit. So war es gestern: Ich stand am Fenster und ein Zeppelin flog hoch unter den Wolken vorbei. Über solche Luftschiffe staune ich immer wieder. Wie es wohl sein mag, dort oben? Ich bin noch nie geflogen. Deshalb stelle ich mir den Flug in einem Zeppelin oder mit einem Heißluftballon sehr aufregend vor. Einfach mal den Alltag und die Sorgen loslassen. Vom Wind getrieben auf unsere "kleine" Welt hinunter schauen. Wir Menschen haben die Angewohnheit, aus etwas Besonderem etwas Gewöhnliches zu machen. So ist es auch mit dem Fliegen. Nehmen wir dieses Wunder überhaupt noch als solches wahr?


Flieg fort,
lass' die Gedanken fliehen,
beschau von oben
unsre kleine Welt.
Dann wird dir klar,
dass unsre Zeit geliehen
und eine andre Macht
den Plan in Händen hält.


ICH WÜNSCHE EUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE

Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Gisela,
    nur nicht schlapp machen, los, das schaffst du schon noch, laß Dir einfach Zeit!! Es wäre ja ewig schade, wenn dieser wunderschöne Pulli nicht fertig gemacht werden würde!
    Ich wünsche Dir ein erholsames Wochenende,
    liebe Grüße Crissi

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  2. hallo LIESELCHEN WIE SAGEN WIR RAN AN DIE pAULA NA DAS WÄRE DOCH GELACHT DAS MACHSTE DOCH MIT LINKS AUF UND FERTIG LIEBE REGENGRÜ?E KARIN

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  3. Macht mir nur Mut, Ihr Lieben!

    Ich habe ja schon mit einem Ärmel angefangen. Wie sagt der Volksmund: "Gut Ding muss Weile haben!"

    Da winke ich mal zu Euch rüber und sag "bis bald".

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  4. liebe Gisela, dein schönes Gedicht, erinnert mich an einen alten Spruch „ Der Mensch denkt und Gott lenkt“
    ich glaube wenige Menschen können noch sehen und fühlen, der Alltag läßt es kaum zu, man muß sich Zeit lassen und auch Zeit nehmen, aber so ein kleiner Spalt öffnet sich immer! Es ist tief in der Seele verwurzelt, das verändert sich nicht, das Gefühl für die kleinen Dinge ist immer vorhanden, noch staunen können, sich freuen können……
    dein Foto ist schon selten, ich konnte noch nie so einen Zeppelin am Himmel sehen,
    liebe Grüße von Jasmin
    diese kleine Blume laß ich dir da,

    Nicht das "Außergewöhnliche"
    sondern das "Gewöhnliche"
    außergewöhnlich gut zu vollbringen
    ist das Leitbild.

    diese Worte, sind von der kleinen Thérèse von Lisieux,
    sie hatte ein kurzes Leben 1873-1897

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  5. Hallo Gisela,
    uiii..dein Pulli sieht jetzt schon klasse aus,ein traumhaftes Teil!
    LG Sonja

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  6. Jasmin, danke für die "kleine Blume"!
    Dem Link zu Thérèse von Lisieux bin ich gefolgt. Sie wollte aus dem Himmel Rosen regnen lassen.
    Das erinnert an ein Gedicht, das ich geschrieben hatte, mit demselben Gedanken.

    Sonja, ich hatte anfangs Bedenken, ob mir der Pullover stehen würde, aber nun freue ich mich drauf.

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  7. Dieser Post von Dir gefällt mir besonders gut.

    Erst einmal gratuliere ich zum Etappensieg! Heureka! Super! Und ich glaube auch, dass Dir das Teil gut stehen wird. (Und Du schaffst das auch bis zum Ende, bestimmt!)

    Dann bin ich über "Deinen" Zeppelin ebenso sehr erfreut.
    Du wirst es nicht glauben, aber dito Foto habe ich auch - nur wurde es vor dem Weltkrieg geschossen. Von meinem Großvater mit einer Box. Das war so ein schwarzer Kasten, den man vor den Bauch halten und von oben in das Fensterl blinzeln musste, dann "knippps" und schon war das Bild im Kasten!

    Als seinerzeit der "Zeppelin" geboren wurde, flog er über unser bescheidenes sächsische Städtchen hinweg und Großvater war ebenso zufällig zur Stelle.

    Danke für diese Erinnerung daran, angeregt durch Dein Fotografieren.

    Liebe Sonntagsgrüße!
    Schickt Dir Gisa

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  8. Oh, dein neuestes Strickstück ist wunderschön! Ich bin immer voll Bewunderung, dass du so filigrane Sachen durchhältst. Sicher, das Ergebnis zeigt, dass sich alle Mühe gelohnt hat, aber mitten drin im Stricken durchzuhalten... meine Bewunderung!! Und viel Energie noch für die Ärmel. Vielleicht sollst du sie irgendwie gleichzeitig stricken, um die Motivation anzufachen, weil du dann beide gleichzeitig fertig hast ;)
    Alles Liebe. maria

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  9. Schön, da habe ich zufällig dasselbe wie Dein Großvater getan, liebe Gisa. Vielleicht schaute er genauso gerne in den Himmel wie ich?!

    Maria, ich stricke eigentlich lieber diese filigranen Sachen. Alles andere wäre mir zu langweilig. Bei diesem Muster muss ich jede Reihe mit Bleistift ausstreichen. Ich kann es nicht behalten. Das ist anstrengend - besonders bei Ab- und Zunahmen, um die Musterfolge einzuhalten.

    Aber es wird schon!

    DANKE!

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  10. liebe Gisela,
    Sie lebte unbekannt und starb unbekannt,
    der kleine Weg………….

    Die Elisabeth von Thüringen, die Heilige Elisabeth, „das Rosenwunde“r, ich konnte zum ersten mal sie sehen im Naumburger Dom, dort gibt es eine Elisabeth Kapelle,
    ich wußte von einem mir bekannten Freund, er ist Steinmetz im Dom, daß sie dort eingelagert und verborgen steht, mein Wunsch war, sie einmal zu sehen, vor Tagen gab es für mich diese wunderbare Gelegenheit, es ist zur Zeit eine große Ausstellung mit allen bekannten Arbeiten des unbekannten Meisters von Naumburg im Dom zu sehen.

    liebe Grüße Jasmin und einen schönen Sonntag
    Ich werde vom Himmel Rosen regnen lassen…..

    Sag, wie geht dein schönes Gedicht?

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  11. Das wird ein wunderbares STück für viele Jahre. Und die Ärmel werden wohl schnell gehen, denn der Pullover ist ja sehr lang, so dass du da doch schon den größten Teil gestrickt hast.
    Herzlichst
    Ingrid

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