Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Morgen ist Vollmond...

Die Tage davor sind immer die Schlimmsten, besonders, wenn der Himmel klar ist. Jede Nacht träume ich dann ganz intensiv, liege oft stundenlang wach oder kann nicht einschlafen, weil ich abends nicht müde werde. Tagsüber dann bin ich gar nicht bei der Sache und so müde, dass ich mich am Liebsten nicht aufstehen will. Zwei Tage später wird es besser. Daran merke ich, wie sehr wir mit den Gestirnen verbunden sind und welchen Einfluss sie auf uns Menschen haben.



Bild von Karin M. www.mondlicht08.de

Verlorene Träume
von Gisela Seidel

Fahl wirft der Vollmond Schatten in die Zimmer.
Groß steht er, Stern umringt, in stiller Wacht.
Hat mich geweckt durch seinen Zauberschimmer.
Nun lieg’ ich lang schon, lausche in die Nacht.

Die Grillen geigen monotone Partituren.
Das Blattgewand, es rauscht im nahen Baumgeäst.
Ein Schlag fährt durch die müden Weltenuhren;
die Mitternacht hält magisch alle Zeiger fest.

Mein Engel singt mir Nachtwindmelodien.
Gott streut ein lichtes Ahnen in die Zeit.
Die Wesen aus den Schattenreichen fliehen
vorbei wie trüber Nebelhauch…so weit.    

Der Schlaf, der gnädige, ist mitgegangen.
Gedanken treiben wie das Wasser an den Strand.
Sie kommen und sie gehen; Traum verhangen
zieh ich mit ihnen ins verklärte Niemandsland.

Dort liegt mein Tränensee und auf dem Grunde
verlorne Träume, dicht an dicht wie Stein an Stein.
Ich treib hinab, versink in sonnenferner Stunde;
spinn’ neue Träume, losgelöst vom Sein.

Kommentare:

  1. Gott ist das schön, so ein schönes Vollmondgedicht.
    Vielen Dank.
    Kannst du bitte wieder eine Katze verstecken?

    Liebe Grüße Barbara

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  2. Liebe Barbara,
    nicht jeder mag Gedichte. Es freut mich sehr, wenn es Dir gefällt.

    Beim nächsten Post denke ich an die Miezekatze. Versprochen! :-)

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  3. liebe Gisela, schön dein Gedicht….nachdenklich….
    der Vollmond mit seiner anziehenden Kraft, er bringt oft schlaflose Nächte!
    aber sein liebenswürdiges Anwesen gehört dazu, wie die Sterne am Nachthimmel…..
    schlaf schön, herzlichst Jasmin

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  4. Liebe Gisela
    es geht mir auch so, seit langen... ich höre dann und weis aha ja deswegen habe ich so shclecht geschlafen, geträumt so wirr an diesen Tag des Vollmond.
    Ich habe früher immer an diesen Tag schlafgewandelt.. der Hausarzt musste immer lachen wenn man schaute und er meinte wiedermal Vollmond gewesen.
    Nur gut dass das aufhörte.
    Danke für das wunderschöne Bild und Gedicht.
    Ich liebe trotzdem dieses Schauspiel vom Vollmond*zwinker*.
    Liebe Grüsse und wünsche dir einen schönen Abend.
    Liebe Grüsse Elke

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  5. Hallo liebe Gisela,

    ich fühle mich sehr geehrt, dass du dich für das Bild entschieden hast.
    Dein Gedicht passt natürlich wieder wunderbar dazu.
    der Vollmond ist meine große Liebe ... du weißt.

    Grüße von Karin M

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  6. Karin, Deine Bildchen sind alle wunderschön. Danke, dass ich dieses hier verwenden darf! Ich mag den Vollmond auch, obwohl er meinen Schlafrhytmus durcheinanderbringt.

    Danke und liebe Grüße an Euch alle!

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  7. Du Liebe, Dein gestriger Eintrag hat mich sehr erschüttert ... sprichst Du von dauerhaftem Verlust des Geruchssinnes oder handelt es sich dabei nur um eine vorübergehende Störung, ausgelöst durch das Antibiotikum? besorgte Grüße schickt die Rosabella

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  8. Liebe Rosabella, ich weiß leider nicht, ob mein Geruchssinn wiederkommen wird. Es gibt Fälle, da dauert es Jahre, bei anderen kommt er gar nicht zurück. Leider steht auf dem Beipackzettel des Antibiotikums, dass er für immer weg sein wird, wenn diese Nebenwirkung auftritt. Ich kann nur abwarten und hoffen.

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