Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Sonntag, 24. Juli 2011

Die Bettler...


Gemälde von F. Vezin - aus dem "Gartenlaube Bilderbuch"
 von Heinrich Seidel

Sie dünken beide sich nichts Schlechts,
der Fips da links, die Lola rechts,
und beide haben ohne Zweck
ums Auge einen großen Fleck.
Jedoch, es sitzt das braune Dings
bei Fipschen rechts, bei Lola links.
Die Sehnsucht wohnt in ihrem Magen.
Mich dünkt, ich hör’ sie deutlich sagen:
„Da sitzt ihr nun und trinkt und eßt!
Wie kommt’s, daß ihr uns ganz vergeßt?
O seht, wir bitten doch so sehr:
Gebt uns doch auch was Gutes her,
ein Häppchen oder einen Knochen,
es hat zu wunderschön gerochen!
Ihr seid ja wie ein Stein so kühl!
Habt ihr denn gar kein Mitgefühl?
Wißt ihr denn nicht, wie Hunger tut?
Der Mensch sei edel, hilfreich, gut!
So sagte einst ein großer Mann –
da nehmt euch mal ein Beispiel dran!“


Du meine Güte, heute will es einfach nicht hell werden. Die vorherbstliche Stimmung drückt aufs Gemüt und lässt mich nichts Rechtes zustande bringen. Müdigkeit den ganzen Tag über. Die Arme sind zu schwer, um die Stricknadeln zu halten. Lesen ist angesagt, denn das geht auch im Liegen. Nachdem ich endlich Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" mit Freude zu Ende gelesen habe, scheint mich die Lust auf Bücher nun wieder vollends gepackt zu haben. Seit Freitag lese ich nun ein Buch von Hans Dienstknecht, das ich jedem, der auf der Sinnsuche ist, wärmstens empfehlen möchte. Es trägt den Titel "Die Spielregeln oder Das Ende der Vernebelung". Für mich ist es immer wieder erstaunlich, dass es noch andere Menschen gibt, die genauso denken und glauben wie ich. Schön, nicht allein zu sein!



  ICH WÜNSCHE EUCH EINEN SCHÖNEN SONNTAGABEND!
 

Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Gisela,
    ach, ist das ein süßes Bild von den beiden Hundls!!! So eines könnte ich Dir auch zeigen von meinen Dackeln, Mutter und Sohn. Die saßen immer so da. Leider wurden sie, trotz guter Pflege, jeweils nur 10 Jahre alt!!
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und eine stressfreie Woche,
    lieben Gruß Crissi

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  2. bezüglich der Müdigkeit kann ich dir nur zustimmen. Ich hab heute morgen noch meine Tochter ins Ferienlager gebracht und den Rest des Tages nur so vor mich hin gegähnt. Ganz untypisch hab ich sogar mittags im Bett gelegen. Warten auf den Sommer....

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  3. das Wetter, ist müssig um den Antrieb was Lust zu haben...
    lesen ist da das beste oder wie ich malen
    wie sie da sitzen die Hunde...toll geschrieben dazu
    Wünsch dir eine schöne Woche
    liebe Grüsse Elke

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  4. liebe Gisela,
    das ist wieder göttlich, was ich lesen kann: „Die Bettler“,
    zwei Hunde in Verzweiflung…..
    das Tierleben ist schon hart und sie sind immer angewiesen auf den Menschen, der ihnen das Futter reicht!

    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    liebe Grüße von Jasmin

    wann wird es endlich wieder Sommer?

    .

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  5. Hallo Gisela

    Herrlich das Hundegedicht mit Bild dazu......
    Es freut mich das Dir das Buch von Hape Kerkeling gefallen hat. Mir hat es so gut gefallen, dass ich es schon zwei mal gelesen habe.

    Herzliche Grüsse

    Eleonora

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  6. Ja, diese schmachtenden Blicke kenne ich nur allzu gut, wir hatten mal 5 Hunde um uns herum 5 Paar treue Hundeaugen, aber auch 20 Hundepfoten, die oft Schlamm -verziert, um Aufmerksamkeit bettelten, jeder hatte seine Art und das Wort "Sinnsuche" gefällt mir ....
    Herzlichst Anett

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