Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Diese Woche hat es in sich!

Arbeit ohne Ende – nachmittags falle ich totmüde auf meine Couch, obwohl mein Garten längst um Hilfe schreit. Dann halte ich mir die Ohren zu und habe ein schlechtes Gewissen. Der Tag ist einfach zu kurz für die vielen Dinge, dich ich tun möchte und müsste. Da ist im Moment wenig Raum zum Bloggen… zum Stricken ebenso.

Das Gefühl, dass mir die Zeit davonläuft, hatte ich früher nicht. Ist das eine Alters- oder Zeiterscheinung? Man sagt, gegen Ende läuft die Zeit schneller. Ob das stimmt? Haben wir Menschen nicht selbst die Stärke des Zeitflusses vorgegeben, indem wir die Strukturen dazu schafften? Geht uns 2012 die Zeit aus, wie manche Pseudo-Wissenschaftler sagen?

Zwischendurch die Suche nach einem neuen Projekt. Da wäre ein langer Strickmantel, der auf dem Plan steht. (auf jeden Fall!) Anleitungen für eine Filetgardine fürs Bad liegen schon parat. (Das Garn liegt im Schrank, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich sie stricken oder häkeln soll) Und sollte ich mich denn endlich entschieden haben, fehlt es an Zeit für die Umsetzung. Man sollte sich selbst nicht unter Druck setzen. Es gibt niemanden, der mich treibt – nur will mein „innerer Schweinehund“ nicht schweigen.

Zumindest in der vergangenen Urlaubswoche konnte ich ein wenig handarbeiten…und eine Freundin, die Handarbeiten bisher gar nicht mochte, zum Socken stricken animieren. freu

Heute Mittag steht der wöchentliche Besuch bei meinem Vater an. Zum Glück geht es ihm gesundheitlich wieder besser. Darüber bin ich sehr froh! Auch hier hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Alles vergeht, damit Neues entstehen kann. Das ist der Lauf der Welt!

So vergeht die Zeit und nimmt alle schönen und weniger schönen Augenblicke mit sich.

Wenn wir in den Armen eines geliebten Menschen liegen, dann ist es oft so, als würde die Zeit still stehen. Dann befinden wir uns in einem zeitlosen Raum, wo die rastlose Welt draußen bleiben darf – für wenige glückliche Augenblicke. Oder aber beim Besuch einer lieben Freundin. Man ist so intensiv im Gespräch, dass man die Zeit vergisst. Plötzlich schaut man auf die Uhr und es sind Stunden vergangen.

Einfach nur SEIN!


Halten wir doch ein wenig inne. Gönnen wir uns ein paar stille Minuten Aus-Zeit, ohne die Minuten zu zählen und auf die Uhr zu schauen. Bilden wir uns einen ganz eigenen zeitlosen Raum, den wir auch alleine, in „den Armen“ von Mutter Natur, genießen und erfahren können.
(alle Fotos sind vom Melatenfriedhof, Köln)

Zeitstrom
von Gisela Seidel

Sekunden zerrinnen wie Tropfen der Zeit,
bilden ein Meer der Unendlichkeit,
versinken dort im Alles und Nichts,
geben dem Strom der Veränderung Licht.

Minuten sind die Schäume der Wogen,
die an der Brandung der Ewigkeit toben,
werden erwachen, werden vergehen,
wie die Gezeiten des Mondes entstehen.

Stunden, sie türmen zu riesigen Fluten
alle Sekunden und Wellenminuten,
erhoffte Zukunft – vergangene Zeit,
zerfließende Gegenwärtigkeit.

Tage, Monate, Jahre vergehen,
der Fluss der Zeit, er bleibt niemals stehen;
so schnell geht die Zeit deines Lebens dahin,
fülle sie aus mit göttlichem Sinn.

Kommentare:

  1. liebe gisela,
    ich empfinde es genauso,die zeit rast und die jahre die noch bleiben,werden immer kürzer,oder wird jedes jahr kürzer? ich weiß es nicht....aber dieses gefühl,will noch so viele sachen machen und dann festzustellen schon wieder ein tag,eine woche,ein monat bzw.ein jahr ist vorrüber und geschafft habe ich nur ein bruchteil dessen,was ich mir vorgenommen habe. oder ist einfach nur so,dass man sich zuviel vornimmt? was meinst du?
    liebe grüße sendet dir von ganzem herzen regina

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  2. liebe Gisela,
    Sekunden zerrinnen wie Tropfen der Zeit…..

    2012 die Zeit…… und kein Mensch kann etwas tun, wir sind nur Gäste auf der Welt, wohl gehören wir auf die Welt aber sie gehört uns nicht,
    deshalb Stricken, Häkeln und Gartenarbeit, die Zeit noch nutzen, aber deine göttlichen Zeiten befolgen...
    liebe Grüße Jasmin

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  3. Ja, ich empfinde oft auch so, die Zeit läuft vor mir und all dem, was ich tun soll oder meine...
    umso wertvoller sind die Augenblicke, die so ein bisschen "aus der Zeit fallen", letzten Mittwoch da oben an der Fuorcla da Cavel, das waren für mich solche Momente.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  4. Die Zeit würde weniger schnell vergehen wenn es und langweilig wäre,aber Langeweile kenne ich überhaupt nicht,daher läuft auch mir die Zeit davon:-)
    LG Sonja

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  5. Alles Liebe für dich und Möglichkeit, um dich gut auszurasten. Liebe Grüße! maria

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  6. Natürlich empfinden wir die Zeit als sehr langsam vergehend, wenn es langweilig ist oder wenn wir auf etwas Besonderes warten. Auf die Volljährigkeit beispielsweise. Das Warten darauf kam mir unendlich lang vor.

    Wichtig ist auch die Zeitqualität. Im Moment ist sie vollgepackt mit Technik - vor 200 Jahren noch undenkbar. Fast jeden Tag gibt es neue Erfindungen. Für alte Menschen ist das nicht mehr zu verstehen. Wozu brauchen wir diese schier unbegrenzte Vielfalt in allem? Wo bringt uns diese Entwicklung noch hin? Die Welt ist ganz klein geworden. Zeitlich sind die Grenzen fast aufgehoben. Wir fliegen von A nach B in Stunden - wofür Pioniere früher Jahre brauchten.

    Wenn sich das Zeitgeschehen und die Erfindungen ins Unermessliche steigern, werden die Menschen immer mehr an Sicherheiten verlieren. Dann wird kein Planen mehr möglich sein, nur ein intuitives Handeln von einer Sekunde auf die andere. Das macht Angst, oder?

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  7. Hallo liebe Gisela,

    zum Thema Zeit - habe ich einen schönen Spruch gefunden, den ich auch gleich passenderweise auf meinen Blog verewigt habe. :-)

    "Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre. Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit, die Welt zu sehen." (Wolfgang J. Reus)

    Da du dir soviel vornimmst und immer was in Planung hast, läuft deine Zeit noch lange nicht ab! Ansonsten hättest du bestimmt nicht so einen Tatendrang.

    Ich kann nur sagen ... denke nicht soviel über das nach, was du eh nicht beeinflussen kannst, lebe einfach DEIN Leben im Jetzt.

    Liebe Grüße von
    Karin

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  8. Liebe Karin, der Spruch ist zwar passend, aber hat eine Schnecke, die sich kaum von der Stelle bewegt, nicht einen allzu kleinen Blickwinkel? Ihre Welt ist klein, unsere hingegen groß. Da braucht man schon eine gewisse Schnelligkeit zur Fortbewegung und bekommt dadurch zwangsläufig auch viele Lebensbilder und Eindrücke geschenkt.

    Wann die Lebenszeit vorbei ist, liegt nicht in unserer Hand. Ich habe schon sehr früh angefangen, über den Tod nachzudenken. Das hindert mich nicht daran, mein Leben im Jetzt zu leben.

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  9. Schön guten morgen liebe Gisela,
    ich muß Dir leider sagen, wenn Du mal im Ruhestand bist, da läuft Dir die Zeit noch schneller davon!!!! Ja leider, das ist so. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag so viel wie möglich zu schaffen, die Natur zu genießen mit meinen ganzen Tierchen, denn wir wissen weder den Tag noch die Stunde. Leider habe ich in letzter Zeit einige Bekannte ganz plötzlich und für alle unerwartet, verloren.Da kommt man doch sehr ins Grübeln, vor allem, wenn sie noch viele Jahre jünger sind.
    Gisela, ich wünsche Dir einen schönen Tag heute, hab Sonne im Herzen, ob's stürmt oder schneit.....!!!!!
    Liebe Grüße schickt Dir Crissi

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  10. Ja, die Zeit... nie ist genug davon da.
    So viel müsste ich noch erledigen, aber nach der Arbeit bleibt immer so viel liegen.
    VG
    Elke

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  11. Liebe Gisela

    Dieselben Gedanken über die Zeit habe ich auch schon lange. Für mich ist die Erklärung, das ich älter geworden bin und nicht mehr so schnell bin wie früher. Obwohl ich noch nicht alt bin..... und trotzdem konnte ich früher, habe ich das Gefühl viel mehr gleichzeitig in einem Tag erledigen.

    Oft nerve ich mich am Abend weil ich das Gefühl habe noch mehr schaffen zu müssen. Ich frage mich manchmal ob ich noch lange genug
    lebe um alles was ich mir vorgenommen habe zu tun. Dann wiederum
    weiss ich das eigentlich alles nicht so wichtig ist wie es scheint und man sich auf das Wesentliche konzentrieren sollte.

    Was das Stricken anbelangt, bin ich zur Zeit wie süchtig und stricke was Zeug hält bis mein Körper die Notbremse zieht (die Augen tun weh, oder die Handgelenke). Auch mit dem Lesen das selbe Problem.

    Ich glaube das alle sehr kreativen Menschen das selbe Dilemma haben.

    Und wegen 2012 braucht man sich keine Gedanken zu machen, denn jeder Tag könnte für die Erde der letzte sein.
    Siehe die Offenbarung in der Bibel. Und Die wurde schon vor sehr langer Zeit geschrieben. Der liebe Gott ist gütig und gibt uns die Zeit die wir brauchen....

    PS: Danke für die netten Worte auf meinem Blog. Ich bin mit dem Schal
    fertig geworden und werde es Heute noch Posten.

    Liebe Grüsse

    Laura Eleonora

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  12. Der Körper zieht manchmal die Notbremse. Da hast Du Recht, liebe Eleonora. Wenn die Schulter schmerzt oder die Hände weh tun - von den Augen ganz zu schweigen - dann sollte man Pause machen.
    Es gibt aber auch Situationen, in denen man vom Schicksal gestoppt wird...ja, regelrecht gedrängt, in eine andere Richtung zu gehen. Man sollte auf die innere Stimme hören. Ich habe sehr viel Gottvertrauen!

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und grüße ganz lieb!

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