Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Dienstag, 17. Mai 2011

Mahnworte an junge Hausfrauen

Fortsetzung aus dem alten Büchlein "Das häusliche Glück" aus dem Jahre 1909.
Heute mit dem Thema   



Die Gottesfurcht

Die Gottesfurcht ist nicht bloß der Anfang der Weisheit, sondern auch die Grundbedingung von Gottes Segen. An Gottes Segen ist alles gelegen, ohne ihn kannst du kein Glück finden. Mögen andere noch so sehr auf Geld und Gut und eigene Kraft vertrauen, halte du dich treu an deinen Gott. Von ihm kommt alles Gute, er hat alles, Gesundheit und Krankheit in seiner Hand. So befolge stets den Spruch: Mit Gott fang an, mit Gott hör auf! Beginne jeden neuen Tag, jede schwere Arbeit, jede ernste Sorge - mit Gott, d. h. mit Gebet. Vergiß nie dein tägliches Gebet! Bete kurz, wenn du wenig Zeit hast, aber stets mit Andacht. Du weißt doch, wie wahr das alte Sprichwort sagt: Beten säumt nicht! Hüte dich jedoch auch vor dem entgegengesetzten Fehler: Gehe nicht zur Unzeit zur Kirche und verweile nicht länger dort, als nötig. Laufe nicht hinter jedem neuen Prediger her. Suche die Anregung zur Gottesfurcht in deinem Glauben. Frömmelnde Frauen missfallen den Männern. Höre nicht auf, deinen Mann zu bitten und mit all deiner Liebe zu drängen, daß er jeden Morgen und jeden Abend gemeinschaftlich mit dir bete und nicht zum Tisch hintrete oder davon aufstehe, ohne vereint mit dir Gott zu danken. Tue auch dein Bestes, ihn zu bestimmen, mit dir pünktlich zur Kirche, fleißig zur Predigt und regelmäßig zum Tische des Herrn zu gehen. 

Die gemeinschaftliche Erfüllung der religiösen Pflichten schlingt das festeste Band um zwei liebende Herzen und macht ihre Zuneigung heilig und unzerstörbar. Gottesfurcht sichert dir Gottes Segen und des Mannes Liebe.
"Zusammensein" von Sulamith Wülfing
Alles ist abhängig vom Wesentlichen. Doch was ist "das Wesentliche" für den einzelnen Menschen? Ist es Gott?  Sind materielle Dinge wichtiger... weltliche Dinge, die man be-greifen und be-nutzen kann? Ich habe gelernt, dass der Glaube eine subjektive Angelegenheit ist. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Da sollte niemand zwingend einschreiten; Kirche kann wegweisend sein, sollte aber nicht bestimmen. Wir alle sind auf dem Weg und haben ein gemeinsames Ziel, das wir alle irgendwann erreichen werden. Auch Umwege und Irrwege können Erkenntniswege sein.

 
Herzensströme
Impulse aus guten Gedanken -
weich fließende, göttliche Kraft.
Unteilbare, himmlische Ranken,
in Liebe, so friedvoll gedacht.

Dringt tief, wie ein sonniges Weben,
erwärmend und mild in Dein Herz,
bringt Freude und Glanz in Dein Leben,
streckt Seele und Blick himmelwärts. 

Kommentare:

  1. liebe Gisela, du hast daran erinnert, der Gottes Dank, daß nicht alles selbstverständlich ist auf dieser Welt, das uns der kleine und große Dank für das Dasein so mancher Blume fehlt…..
    ich bin nicht ein Kirchgänger, obwohl mein Großvater früher Kantor gewesen ist. Als kleines Kind wurden bei der Großmutter die Hände mit dem Spruch gefaltet,
    Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne was du uns bescheret hast. Das habe ich nie vergessen, das alles ein Geschenk des Himmels ist,
    und doch habe ich meinen eigenen Glauben, den eigenen Gott, und weiß um die Dankbarkeit des Daseins. Durch deine schönen Worte und Foto hast du es wachgehalten… Danke,
    es gibt verschiedene Wege, der beste Weg ist der Weg zwischen Herz und Seele....
    ich wünsche dir einen liebevollen Tag und beste Grüße von Jasmin

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  2. Liebe Jasmin, eigentlich müsste man für ALLES dankbar sein im Leben: für Glück und Leid, die guten und schlechten Erfahrungen...selbst schlimme Krankheiten schließt das nicht aus. Die Menschen greifen nach den Sternen und zertreten dabei das winzige Blümchen am Wege, das ein ganzes Universeum in sich trägt. So sind die Menschen: Wir verlieren uns auf dem Weg in die Vielheit und vergessen Dankbarkeit und Demut für die uns alltägliche erscheinenden Dinge.
    Ich wünsche Dir einen "himmlischen" Tag und grüße Dich herzlichst!

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