Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Freitag, 6. Mai 2011

Die Büchse der Pandora

Eltern
Kinder
Vater:

Erdmann BUSKIES
  • 15.05.1848 in Grandeningken
  • + 17.01.1937 in Jagstellen
Maria Meta BUSKIES * 1882 in Grandeningken, + 1920 in Essen
Artur Hermann BUSKIES * 1884 in Grandeningken, + 1922 in Jagstellen
August Emil BUSKIES * 1886 in Grandeningken
Georg Willy BUSKIES * 1889 in Grandeningken
Elisabeth Marta BUSKIES * 1890 in Grandeningken, + 1964 in Bedburg-Hau 
Helene Berta BUSKIES * 1895 in Kanterischken, + 1988 in Duisburg-Homberg
Eugen Ewald BUSKIES * 1896 in Kanterischken, + 1944 in Labiau
Amanda Olga BUSKIES * 1898 in Kanterischken, + 1952 in Duisburg-Beeck
Anna Hedwig BUSKIES * 1902 in Kanterischken, + vor 1970 in Duisburg-Beeck
Mutter:
Marie Bertha JURKSZ
  • 03.02.1859 in Szandszen (Krs.Niederung)
  • + 17.07.1936 in Jagstellen



Das ist die komplette Familie meiner Oma. Weitere Vorfahren habe ich hier nicht aufgeführt, obwohl ich den Stammbaum bis ca. 1795 zurückverfolgen kann.

Leider fehlen mir Bilder zur ältesten Schwester Maria Meta und zu den Brüdern Artur Hermann, August Emil und Georg Willy. Vielleicht sind sie alle auf dem Hochzeitsbild zu finden; nur kann ich sie darauf nicht benennen.

Ich weiß nur, dass Georg Willy nach seinem Weggang von Ostpreußen zunächst in Köln-Vingst gelebt hat; August Emil zog nach Werl in die Nähe von Soest. Willys Familie habe ich als Kind besucht. Soweit ich mich erinnern kann, lebten sie in den 50er Jahren in Nörvenich. Davon gibt es sogar noch Bilder. Ich kenne leider die Personen nicht mit Namen, aber es muss eine Tochter von Willy gewesen sein, die dort zu sehen ist (rechts im Bild). 




Eine weitere Tochter Willys muss meine Patentante gewesen sein. Sie, mein Patenonkel und auch mein Cousin, der zwei Jahre jünger war als ich, sind leider auch schon verstorben.

Um den mysteriösen Tod von Artur Hermann Buskies gibt es wieder eine von Omas „Geschichten“. Er soll in eine Mistgabel gefallen sein. Oma sagte, weil er die Geister, die er rief, nicht mehr losgeworden ist, haben sie ihn geholt. Er habe das „Sechste und Siebte Buch Moses“ gelesen (das niemals von Moses geschrieben wurde). Ich wurde von ihr immer wieder vor diesem Buch gewarnt. Das Buch soll siebenfach versiegelt gewesen sein, und je mehr man sich damit beschäftigte, umso mehr wurde man in den Bann der Dämonen hineingezogen.

Wenn Oma mir als kleines Mädchen davon berichtete, wie ihr Bruder die Siegel brach und mitten in der Nacht wie besessen die Toten rief, lauschte ich ihren Worten immer mit offenem Mund und mit einer großen Gänsehaut auf dem Rücken.

„Die Toten darf man nicht rufen!“ Omas Ermahnung klingt noch heute in meinen Ohren. 
"Man soll die unguten Geister ruhen lassen, sonst fordern sie die Seele als Preis." 
So geschah der tragische Unglücksfall, weil er unachtsam war und  fast durchdrehte vor Angst, verfolgt von den Geistern, die er gerufen hatte und die nicht mehr von ihm lassen wollten.

Pandora - John William Waterhouse (1849-1917)

Kommentare:

  1. liebes Giselchen....
    du schaust immer ein frohes Kinderlächeln, so wie ich auch auf den kleinen Kinderfotos,
    Nur einmal als ich als Kind 8 Wochen mit Scharlach im Krankenhaus ohne Kontakt zu den Eltern und erst 2 Jahre alt war, rollerten die Tränen, als die Eltern kurze Zeit später stolz mit mir zum Fotografen gingen, ich sah den weißen Kittel (damals so üblich) und die Tränen rollerten, wie der süße Brei aus dem Topf, nur eben bitterlich…

    es sind schon bewegte Geschichten, wie ich lese, und tragisch und schicksalhaft, wie beeinflussbar des Menschenseele ist….
    meines Großmutters Mutter hat ihr Seelenleid wegen einer herzlosen Schwiegertochter nicht mehr ertragen können, sie hat es in einem Fluß ertränkt…
    es sind die Überlieferungen, aber wie viel wurde doch damals verschwiegen, heute ist es etwas offener,

    schön deinen Worten zu lauschen und natürlich die vielgeliebten Fotos aus der Kindheit,

    liebe und herzliche Grüße von Jasmin

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  2. Liebe Jasmin, ich freue mich, von Dir zu lesen.

    Manchmal frage ich mich, was schauerlicher ist: In die Vergangenheit zu blicken oder die Gegenwart zu ertragen? Leid, Hunger, Armut, Mord und Totschlag, Reich und Arm - was hat sich geändert in der Welt? Wir können uns an unseren Erinnerungen erfreuen, auch wenn sie oft schmerzlich waren oder einen bitteren Nachgeschmack hinterließen. Lass uns aus den guten bunte Luftschlösser bauen, die am Ende des Regenbogens, direkt in einer guten, anderen Welt, enden.

    Herzliche Grüße an Dich! Ich wünsche Dir einen schönen Tag!

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