Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Dienstag, 19. April 2011

Tagträume

von Gisela Seidel
Foto: Günter Havlena - Pixelquelle.de
Lau weht der Wind.
Das Blattwerk flüstert leis’,
und flatterhaft
dreht sich’s im Kreis,
mal hin, mal her.

Ich schau hinaus.

Der Himmel blaut.
…Mein Schreibtisch wird nicht leer.
Die Welt schaut fröhlich,
wie aus Veilchenaugen.
…Gleich der Berufsverkehr!

Ein Bild!

Es steigt die Lerche hoch
vom Wiesengrund,
und aus dem dunklen Mund
des Waldes atmet’s Kühle.

Büro-Gedankenspiele!

Träum mich weit fort
von tristen Formularen,
hinauf zum Wald.
Ich laufe still den Weg
bis an den Ort,
dort, wo die Weiden waren.

Das Telefon!

…Ich leg den Bleistift nieder.
Verklärt schau ich die schönen Bilder wieder,
ganz weltverloren
und treibe fort,
im Sonnenschein geborgen,
allein.

…Gleich fahr ich heim.

Kommentare:

  1. Es dauert zwar noch eine Weile bis ich heim fahren kann, doch wenn ich aus unserem Bürofenster gucke, gibt es so einiges an Natur zu entdecken!
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag und Danke für so schöne Denkanstösse!!!
    LG Petra

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  2. Petra, ich wünsch Dir auch einen schönen Tag! Ich hab ein paar Tage Urlaub und mache Osterhausputz.

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  3. meine Liebe, was sind das denn für poetische Zeilen? und sie stammen aus Deiner Feder? ich bin begeistert, auch von der bildhaften Sprache, derer Du Dich "bedienst" ... Deine "Tagträume" werden beim Lesen gleich lebendig, wie schön ... wie schön, ich danke Dir für das virtuelle "Büro-Gedankenspiel" ... aber sage mal, Du sehnst Dich nach dem Wald? ist er denn so weit von Dir entfernt? ja, wahrscheinlich, sonst würdest Du es sicherlich auch nicht erwähnen ... "unser" Wald liegt unmittelbar vor der Türe und ist binnen weniger Minuten fußläufig zu erreichen ... dafür bin ich sehr dankbar, es ist ein Geschenk, das ich sehr zu schätzen weiß ... alles Liebe von der Rosabella ♥

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  4. Liebe Rosabella, dieses Gedicht hatte ich vor ca. einem Jahr geschrieben. Es ist eines von ca. 300. In der Zeit von 2003 bis 2008 sind die meisten Gedichte entstanden - auf recht seltsame Weise... wie alles, was ich bisher geschrieben habe. Ich habe 3 HPs. Eine davon ist die www.himmelspoesie.de. Dort findest Du die meisten meiner Gedichte.

    Am Niederrhein gibt es viel Wald, aber ich gehe dort nicht alleine hin. Wenn ich einen großen Hund hätte, dann würde ich gehen. Meine Katzen beißen nicht und laufen leider auch nicht am Leinchen. :o)

    Alles Liebe Dir und hoffentlich bis bald!

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  5. liebe Gisela,
    du umschreibst es schön, ein schönes fühlsames Gedicht, die Gedanken zurück und sie kommen durch das Berühren von Düften, von Träumen, auch die Stimmen sprechen zu uns, obwohl so viele Jahre gegangen sind, höre ich die Stimme von der Mutter, dem Vater, bis zur Großmutter, und manchmal würde ich gern wissen wie der Klang von Urgroßmutters Stimme war, das frage ich mich oft, von den alten Fotos kann man es nicht erfahren, geht es dir auch so?
    liebe Grüße von Jasmin
    ein paar schöne Stunden und Sonnenstrahlen über "Euch"......

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  6. Nun, die Stimme meiner Urgroßmutter stelle ich mir nicht gerade sanft vor. Sie war eine bodenständige Landfrau, und wenn ich ihr Foto betrachte, sieht sie sehr dominant aus. Meine Oma hat von ihr keine Liebe erfahren, und als sie dann auch noch einen katholischen Mann heiraten wollte, war es mit dem häuslichen Frieden vorbei. Die Liebe hatte es damals nicht leicht. Sie stieß an weltliche Barrieren.

    Hier gibt es heute ganz viel Sonne pur. :o)

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  7. liebes Giselchen, ich muß lächeln über so viel sinnliche Grenzen, nun man könnte denken: ach Gott ist das heute eine glückliche Zeit, mit dem vielen Miteinander und Durcheinander….
    kleines Lächeln, wie schön du geschrieben hast das i-Tüpfelchen auch noch katholisch….
    liebe Grüße Jasmin

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  8. Danke für das wunderschöne Gedicht!!!
    Ulla

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