Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Dienstag, 26. April 2011

Mahnworte an junge Hausfrauen...



Fortsetzung aus dem alten Büchlein "Das häusliche Glück" aus dem Jahre 1909.
Heute mit dem Thema  

Die Geduld 

Du selber bist wahrscheinlich nicht ohne Fehler; dein Mann muss oft genug mit deinen Schwächen Geduld haben. Wie kannst du da gleich so unwirsch, so schnell verletzt und bitter gekränkt sein, da er einmal in der Übereilung ein liebloses Wort gebraucht hat! Warum willst du nun gleich grollen, wenn er sich so vergisst? Nimm jetzt das kränkende Wort geduldig hin; es ist eigentlich für andere bestimmt und soll dich nicht treffen; dein Mann wird es dir schon gut machen. - Hüte dich vor allem, jemals über die Fehler deines Mannes zu sprechen. Auch deiner vertrautesten Freundin darfst du sie nicht verraten, sonst ist es um deine Geduld mit seinen Fehlern für immer geschehen. Sind sie ohne dein Zutun bekannt geworden, dann suche sie stets zu entschuldigen, so schmerzlich sie dir auch sind. Trage dies Leid ganz allein und still für dich, klage es Gott allein und suche nur bei ihm Trost. Auch schlimme Fehler des Mannes sollst du mit Geduld ertragen und ihn in Liebe zu bessern suchen. Bleibt er länger aus, als dir lieb ist, länger im Wirtshaus, als es sich schickt, dann bezähme deine Ungeduld und deinen Unwillen. Viele unvernünftige Frauen fangen gleich an, den Mann mit bittersten Vorwürfen zu überhäufen oder gar Schimpfworte zu gebrauchen; diese bessern ihre Männer niemals, sondern machen das Übel schlimmer. Bist und bleibst du ihm unentbehrlich, dann wird er nicht zu sehr nach dem Wirtshaus verlangen und auch nicht leicht zu lange verweilen.

Also, bei aller Liebe: Ich könnte diese Geduld nicht aufbringen...jedenfalls nicht auf Dauer, obwohl Schweigen und Erdulden wirklich besser ist, als Geschrei und Gezeter. Ein Bumerang, den man nicht fängt, fliegt doch auch auf direktem Weg zum Werfer zurück. 

Kommentare:

  1. liebe Gisela, es ist doch was wahres daran, aber wie oft spielt der Charakter des Menschen eine große Rolle, die Worte können leicht führen, aber für das Umsetzen ist die Zeit anders geworden, und Gaststätte ist ein „liebliches Wort“,
    ach da kann Alleinsein Gold wert sein,
    aber vielleicht auch langweilig….ja etwas zurück haltend sein sollte man wirklich, aber es fällt nicht leicht…
    aber nett was du hier raus geschrieben hast,

    liebe Grüße von Jasmin

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  2. Liebe Gisela,
    ein Text bei dem ich schlucken und nochmal nachdenken muß bevor ich da spontan meine Meinung zu abgebe. Dabei fiel mir ein, daß ich es zum Beispiel hasse und oberpeinlich finde, wenn sich zwei Partner vor Anderen so richtig schön und ersthaft in die Pfanne hauen. Er nöhlt und sie zickt. Da muß ich wirklich sagen, hat der Ratgeber doch recht. Das ist für ein gedeihliches Miteinander tödlich.

    Aber eines ist mal ganz klar: Ich muß nicht immer das tun, was meinem Mann gefällt und er auch nicht immer das, was mir gefällt. Aber in den wichtigen Dingen sollte man/frau sich doch nach dem Anderen richten und auch auf etwas verzichten, was nur zu bösem Blut führen könnte.

    Wir haben einen schönen Trauspruch: Seid demütig, friedfertig und geduldig. Ertragt einander in Liebe und versucht die Einheit des Geistes zu wahren, durch den Frieden der Euch zusammenhält.

    Und daran muß man arbeiten. Von beiden Seiten aus, sonst klappt es nicht.

    LG von Juliane

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  3. Immerhin, das Wesentlich herausgelesen, und auf beide übertragen, dann ist es durchaus sinnvoll,
    diese Geduld zu lernen und einzuüben...

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  4. Ohhha... Geduld zählte noch nie zu meinen Stärken!! Sicher ist es nicht loyal, wenn man bei Anderen über seinen Mann herzieht. Aber man darf sich als Frau auch nicht alles gefallen lassen. Eine Frau, die ständig um das Wohl des Mannes bemüht ist und zu allem Ja und Amen sagt, kann ihn auf diese Weise auch "aus dem Haus treiben". Ich denke, hier ist die goldene Mitte gefragt, wenn man gemeinsam alt werden will.

    Dir, liebe Gisela, wünsche ich einen schönen Tag.

    Liebe Grüße, Elvira

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  5. Liebe Jasmin, da muss ich Dir Recht geben: Allein leben hat durchaus Vorteile. Was bringt einen Menschen mehr in seine Mitte, als "all-eins" zu sein?

    Liebe Juliane, Dein Trauspruch gefällt mir. Aber verbirgt sich hinter dem Wort "ertragen" nicht bereits etwas Negatives? Wenn Liebe und Partnerschaft zur Last werden, die man ertragen muss, dann besteht die Gefahr, dass es irgendwann zu schwer werden könnte und ins Unerträgliche abdriftet.

    Liebe Ingrid, liebe Elvira, Geduld ist für mich die größte Tugend von allen. Man geht durch eine harte Schule, bis man sie gelernt hat.

    Man merkt, dass die Ratschläge des alten Büchleins heutzutage nicht mehr so einfach umzusetzen sind und man darf nicht vergessen, wie abhängig die Frauen damals von ihren Männern waren, die das Geld nach Hause brachten. So abhängig zu sein, bedeutet auch ausgeliefert sein, an die Launen des Mannes, und wenn der zu Machtspielchen neigt, dann wird das Zusammenleben zur Qual.

    Ich danke für Eure Kommentare und wünsche Euch einen schönen Tag!

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  6. Liebe Gisela,
    ich bin gerade zufällig auf Dein Blog gestoßen und hier regelrecht hängengeblieben. Hier gibt es so viele Sachen zu entdecken, so viel zu lesen. Interessantes und Nachdenkenswertes. Jetzt werde ich regelmäßig bei Dir vorbeischauen.
    Herzlich
    Jana

    P.S. Meine Familie stammt auch aus Ostpreußen.

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  7. Ich freue mich sehr darüber, wenn Du nun öfter hier reinschaust, liebe Jana. Vielleicht entdeckst Du hier Dinge, die Dir wegen Deiner östlichen Wurzeln bekannt sind. LG :o)

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  8. Hallo Gisela
    ich finde keine mail adi beidr. deshalb hier.
    es wird ein Pullover und hat hinten die Knöpfe unten mehr als Zierde. nein es ist aus einem Buch das Muster werd sicher sagen von wo und so . habe ich garnicht dran gedacht lachhh . aber hole ich nach. Ich hoffe es passt dann . vielen dank und liebe Grüsse Marlies

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  9. Danke Marlies, für den Hinweis mit der Email-Adresse. Werde sie unten irgendwo einbauen. Es wäre schön, wenn Du das Muster einstellen würdest. Das Jäckchen ist sehr schön.

    :o) Bis bald!

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