Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Donnerstag, 21. April 2011

Eugen Ewald Buskies...

war der Lieblingsbruder meiner Oma. Er war Landwirt und bewirtschaftete einen Hof in Auritten (später Mankuslauken) oder Woitkathen.

Eugen wurde am 01.03.1896 in Kanterischken geboren und starb am 20.11.1944 in Labiau - so hat es jedenfalls meine Oma notiert. 

Leider weiß ich nicht viel über ihn. Auf Hedwigs Hochzeitsbild ist er mit seiner ersten Frau zu sehen. Den Grund, weshalb die Eheleute getrennt worden sind, kenne ich nicht. Eugen heiratete nämlich ein weiteres Mal, wie mir sein Sohn berichtete.


Wie vieles in der Familie, ist sowohl das Sterbedatum, als auch die Todesursache mysteriös. Meine Großmutter führte Buch über viele Dinge. Sie erzählte mir, dass ihr Bruder in den letzten Kriegsmonaten auf der Flucht erschossen worden sei. Seine zweite Frau, Käthe Buskies, geb. Laußus, war damals schwanger gewesen. Der Sohn kam erst nach Eugens Tod, im März 1945, zur Welt. 

In der mir mittlerweile vorliegenden Sterbeurkunde steht etwas ganz Anderes, besiegelt mit Adler und Hakenkreuz. Am 17.10.1944 wurde beurkundet, dass Eugen an einem Herzklappenfehler und Lungeninfarkt verstorben sei und zwar am 15. Oktober 1944 im Kreiskrankenhaus Labiau. Was ist nun richtig?  Kannte Oma die Wahrheit? Was machte Eugen in der Region im Kreis Labiau, weit entfernt (ca. 400 km) von seinem Hof im Kreis Heydekrug?





Kommentare:

  1. Intressant, wenn man so viele Dinge noch hat und nach lesen und forschen kann.. wer weis was sie damals vertuschen wollten ...

    Liebe Grüsse Elke

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  2. liebe Gisela,
    wieder schöne Fotos, die du zeigst, mit Worten und auch Fragen gefüllt!
    wie wenig wir wissen, aber wie groß sind dieses Schicksale, die Tränen und Leid hinter lassen haben,
    ich denke daß die Großmutter zu 100% es ganz genau wußte, solche Verschleierungen gingen immer zu Ehren des Landes, da kam das persöhnliche Geschehen nicht in den Vordergrund,
    es wurde gedreht und gewendet, so fast wie heute, das alles gut ins System paßt, natürlich heute wird mehr auf geklärt, was früher nicht der Fall war, es wurde hingenommen, ob freiwillig oder aus Angst oder aus Kraftlosigkeit, alles ist möglich…..
    jetzt schaue ich mir noch in Ruhe den Link im Artikel an!

    schöne Zeit wünsche ich dir.
    liebe Grüße von Jasmin

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  3. Liebe Elke, liebe Jasmin, es deutet zumindest viel darauf hin, dass etwas vertuscht werden sollte. Woher sollte sonst das abweichende Todesdatum stammen? Vielleicht wusste es Oma nicht besser? Aber es war ihr Lieblingsbruder. Das lag ihr sicherlich am Herzen. Wie auch immer, es lässt sich leider nicht mehr klären. Alles ist möglich.

    Euch liebe Grüße zurück!

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  4. Hallo liebe Gisela,

    ich denke, dass damals auch vieles nicht "so genau" genommen wurde, oder eben auch etwas vertuscht wurde. Es wurden ja auch schon Gräber geöffnet, wo sich ganz andere Tote darin befanden, als auf dem Grabstein stand.

    Nein es wird sich wohl nicht mehr klären lassen.
    Das beschäftigt einen manchmal tagelang ... und dann kommen immer mehr Dinge ans Licht, die für immer ein Geheimnis bleiben.

    Ich wünsche dir schöne und ruhige Feiertage.
    Liebe Grüße
    von Karin

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