Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Samstag, 30. April 2011

Akelei


Gestern habe ich sie gerettet. Davon waren nur noch zwei Pflanzen im Garten vorhanden, allerdings im vorderen Teil, der noch gerodet werden soll. Da die Gärtner während meiner Bürozeit auf der anderen Seite wieder ganze Arbeit geleistet hatten, habe ich schnell die Schaufel geholt und die schönen Pflänzchen auf meine Seite umgesetzt. Wie schön sie sind!




Ein Stückchen weiter im Beet sind die Iris voll aufgeblüht.  Kleine, wunderschöne Kunstwerke von Mutter Natur...Geschenke, erschaffen, um uns zu erfreuen.

Als ich gestern vom Büro nach Hause kam, ließ mich ein Blick aus dem Fenster erstarren. Ich hatte es erst gar nicht bemerkt, aber dann sah ich das "nette", nachbarschaftliche "Geschenk", das ich nur als mutwillige Zerstörung ansehen kann.


Abends musste ich tatsächlich zum ersten Mal seit 10 Jahren mein Rollo schließen, denn nun hat jeder den Durchblick.

Wo zuvor zwei große Fliederbüsche in voller Blüte gestanden hatten, die die gesamte hässliche Mauer zum Spielplatz verdeckt hielten; dort, wo Bodendecker und Storchenschnabel bis zur Hofplattierung gewachsen waren, war NICHTS mehr.

Nach dieser, für mich entsetzlichen Feststellung, bin ich nach unten gelaufen und habe weinend vor den kläglichen Überresten des Gartens gestanden. Es gibt tatsächlich Menschen, die machen aus einer lebendigen, blühenden Parkanlage ein totes Schlachtfeld. Das Schlimmste kommt ja noch, nämlich ein Brettersichtschutz auf der Mauer und ein Holzzaun innerhalb des Gartens. So geht der Drang vom Natürlichen zum Künstlichen.



Den öden hinteren Teil hatte ich Euch ja bereits gezeigt. Nur die Plattierung für das Blockhaus ist hinzu gekommen; nächste Woche wird es errichtet.

Draußen ist es kalt geworden und ziemlich windig. Strickzeit! Wird auch Zeit, dass das Jäckchen endlich fertig wird. Es fehlt nur noch ein Ärmel. Das ist für mich vergleichbar mit einer zweiten Socke, die meist etwas länger dauert. 

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende und viel Sonne im Herzen!

Kommentare:

  1. Ich glaube, die Sonne im Herzen hast DU am nötigsten, oder?
    Was da bei Euch abgeht, finde ich ganz furchtbar, es lässt sich kaum in Worte fassen, deshalb versuche ich es gar nicht erst...
    Guck' Dich um, ob Du nicht doch woanders etwas finden kannst, das Dir besser gefällt - da, wo Du jetzt bist, wirst Du nicht glücklich bleiben.
    Zur Akelei: herzallerliebst sehen sie aus, aber wenn sie sich ausbreiten, können sie regelrecht zur Plage werden. Ich habe in meiner 5-Stunden-Unkraut-jäten-Aktion hauptsächlich Akeleien ausgegraben, damit bei uns auch noch etwas anderes wachsen kann - z. B. Iris ;o)
    Aber erfreue Dich ruhig daran, ich kann mir vorstellen, dass Du z. Zt. über jedes bisschen Grün um Dich herum mehr als hocherfreut bist.
    Greets,
    Liese

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  2. Liebe Liese, es ist ein kleiner Trost, dass Du nachempfinden kannst, wie es momentan in mir aussieht. Ich schaue schon immer nach einer anderen Bleibe, aber hier in der Stadt ist alles grau in grau. Deshalb habe ich ja gerade dieses grüne Paradies so geliebt.

    Die Akelei ist ein Hahnenfußgewächs und als solches hat sie einen unbändigen Ausbreitungstrieb. Von mir aus darf sie das. Mein Garten ist sowieso vom Giersch beherrscht. Ich habe wirklich schon alles versucht, um ihn zumindest einzudämmen. Fehlanzeige! Der Stärkere überlebt! ;o)

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  3. liebe Gisela, oh wie entsetzlich, und zur Blütezeit des Flieders,
    ich denke, die Fliederbüsche haben auch geweint…
    Du kannst aber hinkommen wo du willst, es ist überall Kahlschlag, der eine Nachbar hat schon alles zubetoniert. Der Weg zur Garage gleicht einer Aufschüttung, wie beim Bau einer Autobahn, dort wird kein Grashalm wachsen. Der große Apfelbaum, den Beiden gehört, ich dachte mich trifft der Schlag. Die Hälfte zu ihm rüber wurde gekürzt, es steht nur ein halber Baum dort, und glaube mir, daß bleibt auch so! lieber ein halbes Leben, und dieser Sauerstoff der Blätter reicht noch aus.
    Schön, daß du die Blumen vorm Spaten retten konntest!....
    Die Welt der Menschen entfernt sich immer mehr, von den gegebenen Dingen, die wir brauchen.
    „ Der Baum braucht den Menschen nicht, aber der Mensch braucht den Baum“,

    liebe Grüße in deine ach so traurige Aussicht… Jasmin

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  4. Leider hat meine Akelei im Kübel den Winter nicht überstanden. Mein Nachbar hat auch Fliedersträucher als Randbepflanzung zu unserem Grundstück und ich erfreue mich grade so sehr an dem Duft und den Farben:). So einen Kahlschlag kann ich auch schwer nachvollziehen.
    LG von
    Claudia

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  5. nah die spinnen doch wohl so verwüsten alles und in so eine Landschaft verwandeln... da stimme ich dir bei ...
    Schade wirklich ...
    dieses Pflänzchen sind ja so schön gut dass du sie retten konntest.
    Ich wünsche dir trotzallem ein schönes Wochenende
    Liebe Grüsse Elke

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  6. Oh die Akelei! Haben wir eben auch im Garten verteilt - ich LIEBE sie! Dieses zarte Ding.

    Wusste gar nicht, dass sie so einen Vermehrungsdrang haben, da freue ich mich!

    Liebe Maigrüße von Gisa.

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  7. ... und natürlich bin ich echt mit Dir entsetzt über die Zerstörung der schönen Natur. Ach, so traurig, da hätte ich auch geweint.

    Nochmals - tröstende - Grüße!
    Gisa

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  8. Liebe Grüße zurück an Euch alle, die Ihr tröstende Worte für mich habt.

    Ein zusätzlicher Trost ist: Die Natur wird sich zurückholen, was ihr genommen wurde. Davon bin ich überzeugt! Sie verlangt nach einem Ausgleich. Das wird eine höhere Macht regeln.

    Heute war ich nicht im Garten. Ich wollte den Kahlschlag nicht sehen. Hoffen wir auf Morgen!

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  9. Hallo Gisela,
    ja es ist traurig, wie die Menschen mit der Natur umgehen!! Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur.
    Ärgere Dich nicht, Du kannst nichts ändern.Schönen Sonntag wünsche ich Dir
    Crissi

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  10. Akeleinen liebe ich auch sehr: Zum allerersten Mal habe ich bewusst eine gesehen, als wir als junge Familie in einem alten Reihenhaus in Zürich lebten. Dort wuchsen ganz viele um die Schweinekübel herum (Kübel, in die man Haushaltabfälle schmeissen konnte, aus der nachher Schweinesuppe beim Bauern wurde...) Ich hab diesen Ort gemocht, obwohl ich die Kübel so eklig fand. Einfach wegen der blumen...
    Das mit dem Garten tut mir leid! Ich kann verstehen, dass du dich schwer tust, diese Zerstörung mit an zu sehen... Manchmal wollen Menschen einfach ganz neu anfangen... und machen tabula rasa, anstatt sich auf das, was sie erwartet einzustellen... Schwierig...
    Ich hoffe, es wird wieder blühen, irgendwann!
    Bora

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  11. Hallo liebe Gisela,

    es ist wirklich schade, dass man dir dein Zuhause so "vergrault"!

    Akeleien wuchern bei mir schlimmer als Unkraut, ich finde sie total schön - wenn sie da bleiben würden. Aber selbst zwischen den schmalsten Ritzen kommen sie in schönster Pracht daher ... und hören nicht auf sich überall auszusähen. Sie sind wirklich gnadenlos.
    Mir bleibt leider nichts anderes übrig, als die Blüte abzuschneiden, bevor der Samen reif ist.
    Und noch so eine "fleißige" Vertreterin habe ich, eine Malve! Ich finde fast keine Stelle, wo nicht eine der beiden Pflanzen aufgeht.
    Naja, gibt schlimmeres.

    Tut mir sehr leid mit deinem Garten :-(
    Grüße von Karin

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