Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Donnerstag, 24. März 2011

Oma und Opa

Da mein Strickprojekt noch andauert, möchte ich heute wieder ein wenig die Vergangenheit Revue passieren lassen und die Eltern meiner Mutter vorstellen: Helene Berta Buskies und Robert Nicolay. Meine Oma wurde 1895 in Kanterischken/Ostpreußen geboren und Opa, geb. 1903, kam aus Lütz von der Mosel. Beide suchten im Ruhrgebiet ihr Glück und sind schon vor langer Zeit gestorben. Ich vermisse sie beide! Sie waren mir sehr lieb und teuer.

Oma war 8 Jahre älter als Opa. Er wurde nur 67 Jahre alt; sie hingegen starb erst mit 93 Jahren.


Gebet

Herr, gib uns helle Augen,
Die Schönheit der Welt zu sehn!
Herr, gib uns feine Ohren,
Dein Rufen zu verstehn.
Und weiche, linde Hände
Für unserer Brüder Leid
Und klingende Glockenworte
Für unsre wirre Zeit!
Herr, gib uns rasche Füße
Nach unserer Arbeitsstatt –
Und eine stille Seele,
Die deinen Frieden hat!

von Frieda Jung (1865-1929)
Ostpreußische Heimatdichterin
geboren im Landkreis Gumbinnen

Kommentare:

  1. Hallo Gisela! Das ist eine sehr schöne Idee mit den Bildern von Deinen Grosseltern! Als meine Oma mit 91 Jahren vor 6 Jahren gestorben ist, habe ich auch ihre Fotoalben mitgenommen! Wird Zeit dass ich mich mal intensiver damit beschäftige!
    LG Petra

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  2. Liebe Gisela, das sind sehr kostbare Fotos Deiner Großeltern. Gut, daß Du sie bewahrst.

    LG von Juliane

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  3. Liebe Petra, liebe Juliane, die Fotos von einst bewahre ich wie einen Schatz. Irgendwann wird niemand mehr die Namen der Personen kennen, die dort abgelichtet sind. Das macht mich sehr traurig, denn auch sie haben zum Werden der Gegenwart beigetragen. Deshalb versuche ich hier ein wenig davon zu sichern. Nehmt Euch die Zeit, Euch mit der Historie Eurer Familien zu beschäftigen. Es lohnt sich, die eigenen Wurzeln zu erkunden. Immerhin konnte ich die ostpreußische Linie bis ca. 1795 zurückverfolgen.

    Danke für die Kommentare und herzliche Grüße!

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  4. Schön, daß ich Deinen blog gefunden habe. Meine Oma und Opa hatten in Altenkirch (posen) einen Hof. Leider habe ich keine Bilder von ihnen und meine Mutter wollte mir ihre noch nicht geben.
    Aber ich habe einen Ahnenpaß von ihnen bekommen. Im Osten war es nicht üblich in den Geschichten zu "wühlen", heute tut mir das sehr leid, daß ich sie nicht mehr gefragt habe. Leider war ich noch klein als sie gestorben sind. Meine Mutter mochte darüber nicht reden.
    Ich freue mich über Deine Berichte und auch noch stricken, perfekt.
    Schöne Tage Dir noch und lieben Gruß
    margit

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  5. Liebe Gisela,

    wie wunderbar erhalten die Fotos sind, nach soooo langer Zeit!!! Man sieht, dass du die Erinnerung an deine Großeltern sehr in Ehren hälst. Das Gebet finde ich ebenfalls wunderschön. Vielen dank dafür.

    Liebe Grüße von Elvira

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  6. Hallo liebe Gisela,

    ich habe leider keine Bilder von meinen Großeltern. Das berührt mich sehr, denn meine Oma bedeutet mir immer mehr, je älter ich werde. Obwohl sie schon lange Zeit nicht mehr lebt.

    Ich freue mich für dich, dass du solche Schätze hast.

    Liebe Grüße
    von Karin

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  7. Vielen Dank für Eure Kommentare!

    Die Fotos habe ich gerettet. Mein Vater wollte sie wegwerfen, als er sein Haus verkauft hat. Er hatte kein gutes Verhältnis zu seiner Schwiegermutter, die mit im Haus lebte. Ich war als Kind mehr bei meinen Großeltern, als bei meinen Eltern. Oma kochte viel besser, aber mein Vater nannte das "Schweinefraß".

    Karin, mir geht es genauso wie Dir: Ich denke viel öfter an meine Großeltern als früher. Man wird sich schmerzlichst bewusst, dass sie unwiederbringlich fort sind...und doch sind sie allgegenwärtig, weil sie in uns weiterleben.

    Euch allen liebe Grüße!

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  8. Liebe Gisela,
    ganz herzlichen Dank für deine Kommentare - ich freue mich darüber, vor allem weil ich dadurch deinen schönen Blog, der ganz Besonderes bietet,
    kennengelernt habe.
    Einen schönen, sonnigen Tag wünscht dir
    INgrid

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  9. liebes Giselchen, du weißt der Name paßt so schön, auch dieses Mal wieder zu den herrlichen alten Fotos,
    ja das Einzige was doch so geblieben ist, und ich denke es wird auch später weiter Interesse finden bei den Kindern,
    wobei die Überlieferung der Erinnerungen immer kleiner wird,die Namen verschwinden, man muß sie festhalten....
    liebe Grüße von Jasmin

    und die feinen Kleider waren doch ein Traum....

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  10. Liebe Jasmin, leider haben meine beiden Söhne überhaupt kein Interesse daran, diese Erinnerungen wach zu halten.

    Die Kleidung meiner Oma war damals recht einfach, weil acht Geschwister existierten, und das Geld war knapp. Aber schön anzuschauen war es allemal.

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  11. Liebes Gieselchen ,die alten Bilder sind wunderschön!!!!!Ich kenne solche Bilder auch und wir Geschwister reden uns heute mit 60 noch oft mit den "chen Namen"an .Erinnert uns total an unsere Großeltern und unseren Vater .Liebe Grüße "Inchen"

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