Giselchen strickt

Meine Oma stammt aus Ostpreußen, deshalb nannte sie mich "Giselchen". Meine Handarbeitskenntnisse verdanke ich ihr und meiner Mutter. So soll dieser Blog nicht nur dies "Erbe" widerspiegeln, sondern auch an das ferne Ostland erinnern, das ich selbst nicht kennenlernen konnte. Ich möchte hier außerdem einige meiner Strickarbeiten archivieren. Wenn ich ein gelungenes Werk zeigen und die Strickerfahrungen mit Gleichgesinnten teilen könnte, wäre meine Freude übergroß. Handarbeit, Besinnliches, Erhaltenswürdiges und erinnern an längst Vergangenes, das möchte ich in meinem Blog...lasst uns wie die Kinder Freude haben.

Dienstag, 15. März 2011

Kartoffelkeilchen mit Spirkel

Hühnerhof - Otto Scheuerer 1862-1934

Gestern hat das Telefonat mit einem lieben, fernen Verwandten die alten Erzählungen meiner Oma über Ostpreußen wieder wachgerufen. Mit dieser Seite meiner Mutter bin ich ganz stark verwurzelt. Besonders gerne erinnere ich mich an die köstlichen Speisen meiner Oma, die ich so nie wieder gegessen habe.

Die Frauen aus Ostpreußen hatten kein „Figürchen“, sondern „Figur“. Das lag an der nicht gerade kalorienarmen Ernährung. Da hieß es beispielsweise: „Wenn ich gesund bin, esse ich zwölf Keilchen, wenn ich krank bin, nur elf. Aber das letzte muss besonders groß sein.“ Doch was ist ein Keilchen?

Die gab es bei Oma nur einmal im Jahr, weil die Zubereitung mit sehr viel Arbeit verbunden war. Dazu benötigte sie ein Leinentuch, das uralt aussah, denn die rohen Kartoffeln wurden mit diesem Tuch ausgepresst.

Ab und zu werde ich hier einige Rezepte einstellen, damit sie nicht ganz vergessen werden. Heute:

Kartoffelkeilchen (grüne Klöße) mit Spirkel (Speck und Zwiebeln)

2 kg rohe, geschälte Kartoffeln werden in eine große Schüssel gerieben und danach in einem Leinentuch so stark ausgepresst, bis nur noch eine bröckelige Masse vorhanden ist. 600 g Pellkartoffeln, die am Besten tags zuvor gekocht worden sind, werden gestampft und zu der rohen Kartoffelmasse hinzugegeben. Alles wird nun mit 1 Ei, 70 g Mehl und etwas Salz vermischt. Zügig zu einem festen Teig verarbeiten und 30 Minuten ruhen lassen.

Zwischenzeitlich in einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen; die Hitze runterschalten. Aus dem Teig einen Probekloß abstechen und in dem siedenden Wasser 10 Minuten ziehen, aber nicht kochen lassen. Ist der Kloß zu fest, zusätzlich Wasser an den Teig geben; ist er zu locker, mehr Mehl zugeben.

Aus dem Teig werden längliche, ovale Keilchen geformt, die etwa die Größe einer Hand haben. Im Salzwasser garen lassen. Wenn sie an die Oberfläche kommen, müssen sie noch weitere 15 Minuten ziehen. Dann herausnehmen, abtropfen lassen und warmstellen. (Nebeneinander auf eine Platte legen)

Während die Keilchen garen, Schweinebauch braten, bis er knusprig ist; zum Schluss eine Zwiebel hinzufügen. Fleisch entnehmen und aus dem ausgelassenen Fett mit 1-2 Essl. Mehl eine braune Mehlschwitze herstellen. Diese mit Wasser ablöschen. Mit Salz und Pfeffer (oder Brühwürfel) abschmecken und über die Keilchen geben.    

Guten Appetit!


Kommentare:

  1. So, nachdem Du mich mit dem Rezept jetzt hungrig gemacht hast obwohl ich gerade gegessen habe möchte ich mich für Deinen lieben Kommentar auf meinem Blog bedanken!
    Weißt Du seit wann ich es schaffe die zweite Socke auch gleich fertig zu stricken????? Seit ich bei meinen Socken das Gewicht dazuschreibe um meine "Strickstatistik" zu machen!
    Ohne zweiten Socken kein Gewicht und kein füttern des Blogs!
    Wünsch Dir was!
    LOG Petra

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  2. Danke für Deinen Kommentar und den Tipp! Da will ich gleich noch einmal bei Dir nachschauen.
    LG

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  3. Liebe gisela,
    schön, dass Du unseren Blog besucht hast.
    DeiN rezept werde ich für meine mutter mitnehmem. Die kann besser kochen ;-))
    GGVLG
    Ira

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  4. Oh,ich erinnere mich,hab gerade Deinen Blog gefunden,sehr lecker,meine Oma hat das auch öfter gemacht. Sie kam aus Heydekrug.
    LG Martina

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  5. Liebe Martina, meine Oma stammte aus Kantarischken im Kreis Heydekrug. Sie hat alles Fleisch immer eingepökelt. Hat Deine Oma das auch getan?

    Sei herzlich gegrüßt!

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